Start für 16. Pfennig-Bazar

Hof wird zum Sammelpunkt

+
Marguerite Hornung, Mladen Blazenovic und Gerhild Börsig engagieren sich seit 16 Jahren beim Pfennig-Bazar.

Rödelheim/Altstadt (jf) – Der Hof der Traditions-Spedition Fermont in der Rödelheimer Landstraße gleicht auf den ersten Blick einem kleinen Chaos. Auf Tischen stapeln sich Kleidungsstücke, daneben Haushaltsgegenstände, Taschen, Rucksäcke und Modeschmuck.

Ständig kommen neue Autos auf den Hof, halten kurz. Menschen – meist Frauen – packen Säcke und Kartons aus, treffen Bekannte. Man kennt sich oft seit Jahren. In dieser Angelegenheit genau gesagt seit 16 Jahren. 2004 fand in Frankfurt der erste Pfennig-Bazar statt. Initiatorin Gerhild Börsig, von allen „Mucki“ genannt, ist mittendrin. Sie dirigiert Autos, beantwortet Fragen, begrüßt alte Bekannte. Vor mehr als 16 Jahren hat sie die Idee mit Sigrid Bär, deren Tochter Susanne Freifrau von Verschuer-Bär, Geschäftsführerin der Spedition Fermont, und Renate von Metzler, Ehrenvorsitzende der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband Hessen (DMSG) in die Tat umgesetzt.

Das „Secondhand-Warenhaus für den guten Zweck“ im Dominikanerkloster hat inzwischen Kultstatus. Rund 350 Ehrenamtliche helfen an den sieben Sammelterminen und an den zwei Verkaufstagen. „Wir sind glücklich darüber, dass uns auch Männer helfen. Mitunter sind nämlich ziemlich schwere Sachen zu tragen“, erklärt Börsig. Einer der Helfer ist Lothar Patzak: „Jetzt müssen auch die jungen Rentner ran“, meint er scherzhaft.

Das vermeintliche Chaos entpuppt sich als logistisch ausgetüfteltes System. An den Tischen werden die ankommenden Sachen ausgepackt und angeschaut. „Es geht uns um saubere, gewaschene und wiederverkäufliche Dinge“, erläutert Börsig.

Da braucht man schon ein Gespür dafür, welcher Gegenstand noch etwas einbringen könnte, und welcher eher in die Kleidersammlung des Roten Kreuzes gehört – das DRK nimmt diese Sachen gerne an, aber eigentlich geht es um etwas anderes. Elektrowaren, Bücher, Koffer und Schallplatten werden gar nicht angenommen. Aber das wissen die Stamm-Spenderinnen längst. Die sortierten und als wiederverkäuflich eingestuften Sachen kommen in Kartons mit entsprechenden Aufschriften: „Herrenanzüge“, „Töpfe“, „Spielzeug“, „Abendgarderobe“ beispielsweise. Die Kartons werden später in Container verladen.

„Wir sammeln ein halbes Jahr lang. Weitere Termine sind am 14. und 28. Mai, am 11. und 25. Juni sowie am 9. und 23. Juli jeweils von neun bis zwölf Uhr bei der Spedition Fermont in der Rödelheimer Landstraße 11“, sagt Börsig. Verkauft wird am 3. und 4. September von zehn bis 18.45 Uhr im Dominikanerkloster. Der Erlös kommt zum großen Teil der DMSG zugute. Im vergangenen Jahr freute sich der DMSG-Landesverband Hessen über satte 85.000 Euro.

Helfer, die körperlich fit sind und sich gerne engagieren wollen, können sich bei der DMSG melden. „Wir freuen uns über Freiwillige, die den Pfennig-Bazar mit Begeisterung und kenntnisreich unterstützen“, ergänzt Sonja Thelen, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der DMSG.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare