Veranstaltung im Monikahaus

Stärke ist besser als Macht

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Die Mitarbeiter des Monikahauses, Heike Sienel, Maria Wiprich-Hadullah, Bruno Körner, Andrea Keller, Klaus Weiher und Gudrun Nagel-Nicklas möchten die pädagogische Qualität in der Erziehung weiterentwickeln.

Gallus (red) – Das Familienzentrum Monikahaus hat sich dafür entschieden, die pädagogische Qualität in den Erziehungshilfebereichen über ein zweijähriges Projekt weiterzuentwickeln.

Um dies umzusetzen, durchlaufen ab Mai 2019 rund 120 pädagogische Mitarbeiter, die 250 Kinder und Jugendliche im Erziehungshilfebereich und 350 Kinder im Bereich Kinder- und Familienzentrum betreuen, eine Fortbildung inklusive Prozessbegleitung und Evaluation. Kürzlich fand dazu die Kick-off-Veranstaltung mit den beiden Sozial-Pädagogen Bruno Körner und Maria Wiprich-Hadulla vom Systemischen Institut für Neue Autorität (Syna) im Monikahaus statt. Die Entscheidung für diese Fortbildung haben Vorstand und Geschäftsführung vom Monikahaus vor allem getroffen, um sich den gesellschaftlichen Herausforderungen zu stellen, sich konsequent weiter zu entwickeln und damit anschlussfähig, zukunftssicher und innovativ zu bleiben. „Gerade Berufsanfänger geraten im pädagogischen Alltag mit den komplexen Problemlagen von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien oft an ihre Grenzen“, sagte Heike Sienel, Geschäftsführerin vom Sozialdienst katholischer Frauen.

Es sei festzustellen, dass psychische Auffälligkeiten bei den betreuten Kindern und Jugendlichen sowie ein dereguliertes, destruktives und aggressives Verhalten vermehrt auftreten. Dies führt auf Seite der Pädagogen häufig zu Ohnmacht, Frustration und Ratlosigkeit. Ziel ist es nun im Monikahaus, Mitarbeiter nachhaltig darin zu unterstützen, ihre Reflexionsfähigkeit, Resilienz und Handlungskompetenz zu stärken. Dazu ist es nötig, dass das Familienzentrum Monikahaus eine eindeutige pädagogische Richtung vorgibt, damit Kinder, Jugendliche und/oder Eltern bestmöglich begleitet und unterstützt werden.

Die beiden Referenten vom Syna stellten deshalb ihr Konzept „Neue Autorität“ vor: Mittlerweile habe man wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kinder durch Strafen nichts lernen. Dass sie sogar hinderlich sind, für eine gute Beziehung und eine Kooperation mit dem Kind. Laut Bruno Körner stellt sich gerade in krisenhaften Situationen für Eltern und Pädagogen die Frage, wie dem Kind oder Jugendlichen begegnet werden kann, damit die Situation nicht weiter eskaliert. Die Grundlagen der Neuen Autorität erarbeiteten vor Jahren Haim Omer, ein israelischer Psychologe und Autor, und Arist von Schlippe, ein deutscher Psychologe, psychologischer Psychotherapeut und Supervisor. Sie haben Konzepte für Eltern entwickelt, die Angst vor ihren Kindern hatten und fanden einen Weg des gewaltlosen Widerstands: Oft gehe es bei der Neuen Autorität um wachsame Sorge, um Präsenz, eine innere Haltung, um Entscheidung, um Werte.

Die Fortbildung und die Prozessbegleitung im Bereich Erziehungshilfe beginnen im Monikahaus im Mai. Andrea Keller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kinder- und Jugendhilfe Mainz evaluiert den Prozess. Klaus Weiher übernimmt die kontinuierliche Prozessbegleitung.

Weitere Informationen dazu gibt es unter www.monikahaus.de.

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