Stadtverordnetenversammlung folgt Empfehlung der Kulturdezernentin

Städtische Bühnen werden nicht saniert

Ina Hartwig und Michael Guntersdorf präsentierten die Ergebnisse der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“. Foto: Faure

Innenstadt (red/jf) – Kulturdezernentin Ina Hartwig begrüßt die schnelle Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung, die in ihrer Sitzung den Beschluss gefasst hat, eine Sanierung der Städtischen Bühnen nicht mehr weiter zu verfolgen.

„Eine Sanierung der Städtischen Bühnen Frankfurt ist damit vom Tisch“, sagt Hartwig. „Ich begrüße es sehr, dass die Stadtverordneten meiner Empfehlung gefolgt sind. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. “.

Der Magistrat ist nun aufgefordert, ein Konzept für das weitere Vorgehen zu erarbeiten. „Mit dieser Entscheidung ist es möglich, die weiteren Schritte vorzubereiten. Wir sollten nun eine Grundsatzentscheidung für eine Neubaulösung treffen“, ergänzt Hartwig. „Ich werde bald einen Vorschlag für das weitere Verfahren machen und bin zuversichtlich, dass wir einen gemeinsamen Weg im Sinne des Gemeinwohls unserer Stadt finden werden. Eines möchte ich noch mal betonen: Einen Ausverkauf des Willy-Brandt-Platzes wird es mit mir nicht geben. Mindestens eine Bühne muss an diesem Platz verbleiben“, machte die Dezernentin zum weiteren Vorgehen deutlich. „Ein Abschied von der Theaterdoppelanlage wird vielen Frankfurtern sicherlich schwerfallen, mir auch! Jetzt gilt es, diese gute Tradition, für die das Gebäude steht – Freiheit, Demokratie und Kunst – ins 21. Jahrhundert fortzuführen. Die Kulturstadt Frankfurt braucht ein zukunftsfähiges Schauspiel und eine zukunftsfähige Oper – eine Lösung, die Jahrzehnte trägt und die die Mainmetropole um ein neues kulturelles Wahrzeichen mit internationaler Strahlkraft erweitert.“

Die Kulturdezernentin und Michael Guntersdorf, Leiter der neuen Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen“, hatten kürzlich in einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Stabsstelle vorgestellt und die Kosten für eine Sanierung und die eines Neubaus vorgelegt. Die Ausgaben schwanken von 809,3 Millionen Euro für zwei Neubauten – ein Gebäude am Willy-Brandt-Platz, das andere in innenstädtischer Nähe – und 918,3 Millionen Euro für eine verbesserte Sanierung des maroden Gebäudes. Nicht nur die Zahlen sprachen gegen eine Sanierung. Auch ein gleichzeitiger Theaterbetrieb während der Bauarbeiten wäre nicht möglich gewesen und umfangreiche Auslagerungen hätten angestanden. Zudem, so hieß es bei der Präsentation weiter, berge eine Sanierung immer ein erhebliches Risiko. Mit einem Neubau würde ein modernes Gebäude entstehen, das nicht mit alten Mängeln kämpfen müsse und zukunftsfähig sein würde.

Dennoch falle der Abschied von der 1963 eröffneten Doppelanlage mit der Plastik „Goldwolken“ von Zoltán Kemény schwer, denn in den Theatern wurde Geschichte geschrieben. „Am Willy-Brandt-Platz schlägt das künstlerische Herz der Stadt. Das reißt man nicht aus“, unterstrich die Kulturdezernentin. Eine Verlagerung der Bühnen in die Nähe des Osthafens lehnte sie ab: „Wir sollten die kulturelle Landschaft der Innenstadt stärken.“

CDU-Kreisvorsitzender Jan Schneider und seine Fraktion wollen zwar auch eine neue Doppelanlage, aber eher auf dem Raab-Karcher-Gelände. Das hätte laut CDU den Vorteil, dass man sich eine rund 100 Millionen Euro teure Zwischenlösung sparen könnte.

Eine Lösung sollte schnell gefunden werden, nicht nur im Hinblick auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr, die schon jetzt polarisieren, sondern vor allem im Hinblick auf die von Guntersdorf mit acht Jahren veranschlagte Bauzeit.

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