Die Gastrednerin der Einbürgerungsfeier

Shabana Maliki: Ein Portrait

Die Rednerin bei der Einbürgerungsfeier: Shabana Maliki. Foto:p

Frankfurt (red) – „Frankfurt ist für mich wie ein Garten voller Vielfalt. Die Stadt ist von Jahr zu Jahr noch bunter geworden“, beschreibt Shabana Maliki ihren Eindruck von der Mainmetropole von heute.

Die gebürtige Afghanin hält die Festrede bei der Einbürgerungsfeier in der Paulskirche am Donnerstag. Aus ihrer persönlichen Erfahrung weiß sie um die Schwierigkeiten, die jeder Anfang in einem fremden Land mit sich bringt und ist glücklich darüber, den neuen Staatsbürgern etwas mit auf den Weg geben zu können.

Um die Jahrtausendwende ist sie aus dem Kriegsland Afghanistan nach Deutschland geflohen: „Für mich gab es hier die reale Chance, mich in Freiheit und Sicherheit weiterzuentwickeln und meine Träume und Wünsche von einer gerechten Welt zu verwirklichen“, erinnert sich Maliki. „Anfangs hat man sehr viel mit sich zu tun, die Sprache lernen, neue Kontakte knüpfen und sich an das System gewöhnen. Erst, wenn diese Hürden gemeistert sind, kann man sich seiner Umwelt öffnen und das Land mit all seinen Vorzügen auch genießen. Dann geht viel mehr, als manche sich vielleicht vorstellen können.“

Das beweist ihr beruflicher Lebensweg: Nachdem sie ihren Schulabschluss nachgeholt und eine Ausbildung zur Krankenpflegerin abgeschlossen hat, besteht Maliki die Fachhochschulreife. Im Anschluss beendet sie sowohl Bachelor- als auch Masterstudium mit dem Schwerpunkt Gesundheitsmanagement. Immer bestrebt sich weiterzuentwickeln, mehr zu lernen, strebt sie aktuell die Promotion an.

Während ihres Studiums wuchs auch das Bewusstsein dafür, wie groß der Bedarf für die Pflege älterer Menschen mit Migrationshintergrund ist. „Früher spielte sich die häusliche Pflege mehr im Umfeld der Familie ab. Das hat sich verändert. Viele Menschen mit Migrationshintergrund würden sich freuen, wenn sie besser über externe Pflegeangebote informiert würden“, skizziert Maliki. Neben vielen sozialen, ehrenamtlichen Engagements, etwa als Mitbegründerin der Initiative „Bildung ohne Grenzen“, leitet die Gastrednerin seit vergangenem Jahr das Pilotprojekt Care-Guides. Dessen Ziel ist es, Pflegelotsen auszubilden, die je nach fremdsprachlicher Kompetenz und kulturellem Hintergrund in einer bestimmten ausländischen Community eingesetzt werden, Kontakt und Austausch erleichtern.

Sich selbst aktiv einzubringen und mitzugestalten, sei entscheidend, damit Integration v gelingen könne, sagt Maliki.

Insbesondere in den Bereichen Kommunikation und Bildung setzt sie sich mit ihren Projekten für den Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung ein. Als Mutter sieht sie sich dabei auch privat in einer Vorbildfunktion: „Ich habe mich sehr früh im Schulelternbeirat und später im Stadtelternbeirat eingebracht. Für die nachfolgenden Generationen ist es einfach ein tolles Signal, wenn die Eltern bereits Teil des gesellschaftlichen Lebens sind.“

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