25 Jahre Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder

Von Selbsthilfeverein zu Forschungsinstitut

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung für krebskranke Kinder, Jürgen Vogt (links), überreicht Constanze Schneider anlässlich des 25-jährigen Stiftungsjubiläums den Dr. Maresch-Klingelhöffer-Forschungspreis. Foto: p

Frankfurt (red) – Unter der Schirmherrschaft von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier feierte die Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder jüngst ihr 25-jähriges Jubiläum. Sie finanziert etwa das universitäre Institut für experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie.

Die Entwicklung der Stiftung ist einzigartig in Deutschland und Europa. 1994 wurde sie vom Elternselbsthilfeverein Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt gegründet, um die Forschung von Krebserkrankungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu intensivieren. Heute gehören zur Stiftung fünf hauptamtliche Mitarbeiter, mehr als 60 wissenschaftliche Mitarbeiter in zwei Forschungsgruppen im stiftungseigenen Forschungshaus und eine einzigartige Sammlung Chemotherapie-resistenter Tumorzellen mit mehr als 2000 Zelllinien, die über die Landesgrenzen hinaus für die Forschung genutzt wird. Mehr als 800 hochrangige wissenschaftliche Publikationen sind in den Institutionen der Stiftung entstanden.

Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Jürgen Vogt, erklärte: „Krebs bei Kindern kann heute in etwa 80 Prozent der Fälle geheilt werden. Das ist für uns ein großer Erfolg. Doch es heißt auch, dass nach wie vor jedes fünfte krebskranke Kind stirbt. Damit wollen und werden wir uns nicht abfinden. Jedes erkrankte Kind muss eine Heilungschance erhalten. Dafür brauchen wir die Hilfe vieler. Denn seit der Gründung unserer Stiftung erhalten wir keine Mittel aus öffentlicher Hand. Unsere Forschung kann nur durch das Engagement von Unternehmen und Privatpersonen stattfinden, die uns seit einem Vierteljahrhundert immer wieder finanziell unterstützen. Dafür sagen wir von Herzen Danke!“

Der Verein selbst wurde 1983 von betroffenen Eltern gegründet, die die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Frankfurt unterstützen wollten. Um zusätzlich die Forschung voranzutreiben, schuf der Verein elf Jahre später die Frankfurter Stiftung für krebskranke Kinder. Durch den Nachlass der mit nur 32 Jahren an Krebs verstorbenen Gelnhäuser Betriebswirtin Petra Joh war die Stiftung in der Lage, ein eigenes Forschungshaus zu bauen. Das Dr.-Petra-Joh-Haus wurde 2005 nach einer Bauzeit von zwei Jahren in Frankfurt-Niederrad eröffnet.

In Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin arbeiten dort zwei Forschergruppen daran, die Ursachen von Krebserkrankungen bei Kindern zu ergründen und neue Heilungsmöglichkeiten aufzudecken: Das interdisziplinäre Labor für pädiatrische Tumor- und Virusforschung unter der Leitung von Prof. Jindrich Cinatl und das Institut für experimentelle Tumorforschung in der Pädiatrie unter der Leitung von Prof. Simone Fulda.

„Die Entwicklung der Kinderonkologie in den vergangenen Jahren hat deutlich gezeigt, dass es ohne Forschung keinen Fortschritt in der Krebsbehandlung gibt. Nur wer die Mechanismen der Krebsentstehung versteht, kann daraus Strategien und Programme ableiten, dieser Krankheit Herr zu werden. Deshalb gilt es nicht nur, der Stiftung alles Gute zum Geburtstag und viele Erfolge in der Krebsforschung zu wünschen, sondern den handelnden Personen in und um die Stiftung zu danken, für ihr Engagement und ihr weitsichtiges Handeln“, sagte der Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum, Thomas Klingebiel.

Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Uni und Mitglied des Stiftungsvorstandes, stimmte zu: „Der Verein Hilfe für krebskranke Kinder hat früh erkannt, dass nur die Trias von Helfen, Heilen und Forschen langfristig zum Erfolg im Kampf gegen den Krebs führen kann. Mit Gründung der Stiftung hat er den Weg geebnet für Frankfurter Grundlagenforschung in der pädiatrischen Krebsmedizin, die heute weltweit anerkannt ist.

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