Von Akik bis zur Zündkerze: Fast 40 Stände präsentieren sich auf der Gewerbeschau

Rödelheim hat viel zu bieten

Jelisaweta Scherdel (von links), Markus Bernhard, Michael Ballenberger, Brigitte Scheuerle, Karin Schmidt, dahinter Florian Schöll, Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Axel Grysczyk, Sebastian Kleist und Oliver Schwebel auf der Bühne der Gewerbeschau „Frankfurt am Start“ in Rödelheim. Fotos: Faure

Rödelheim (jf) – Zwetschgenkuchen lockte am Stand der Feinbäckerei Goldland. Der Bäcker selbst half noch schnell mit, Bänke und Tische vor der Bühne aufzustellen. Alles war vorbereitet für die erste Gewerbeschau „Frankfurt am Start in Rödelheim“.

Rund um Bahnhof, Radilostraße, Lorscher Straße und in Alt-Rödelheim präsentierten sich fast 40 Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe, Einzelhändler und Gastronomen.

Stadtrat Markus Frank eröffnete die Schau und dankte der Arbeitsgemeinschaft Rödelheimer Geschäftsleute (ARG) für die Organisation. In einem anschließenden Wirtschaftstalk mit neun Experten ging es um Ausbildungsmöglichkeiten im Stadtteil. Axel Grysczyk, Redaktionsleiter des Frankfurter Wochenblatts, moderierte das Gespräch. Oliver Schwebel, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung, die „Frankfurt am Start“ initiierte, stellte fest: „Es gibt überall einen Wettbewerb um Fachkräfte. Die Gewerbe müssen zeigen, was sie bieten können.“ Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters, verwies auf die eine einmalige Ausbildungsprämie des Jobcenters in Höhe von 7000 Euro. Sie wird dem Unternehmen gewährt, das einen Bezieher von ALG II ausbildet oder umschult. Czernohorsky-Grüneberg regte außerdem ein Treffen von Azubis mit jungen Leuten, die noch eine Ausbildung suchen, an.

„Frankfurt bietet jungen Menschen gute Chancen und ist gut vernetzt. In Rödelheim gibt es eine breite Palette ausbildender Betriebe“, betonte Sebastian Kleist von der Agentur für Arbeit. Schwebel fügte hinzu: „2018 entstanden in Frankfurt 20.000 neue Arbeitsplätze. Die Jugendarbeitslosigkeit ist gering.“ Expertin Brigitte Scheuerle von der IHK regte an, Praktika anzubieten. So könnten Schüler schon früh einen Eindruck über ihren vielleicht künftigen Beruf gewinnen. „In Rödelheim gibt es 120 Ausbildungsmöglichkeiten, sie sind über den Ausbildungsatlas der IHK online auffindbar.“

Noch freie Plätze hat beispielsweise Friedhofsgärtner Michael Ballenberger. „Unser Beruf ist nicht nur ein Job, man muss ihn gerne machen wollen“, sagte er. Ähnlich sieht das Optiker Markus Bernhard, aber: „Im Einzelhandel gibt es andere Arbeitszeiten. Das kann abschrecken. Wir haben viele Anfragen für Praktika, bilden auch aus. Doch dazu brauchen wir entsprechendes Personal.“ Auch die Mediengruppe Offenbach, bemerkte Anzeigenleiterin Jelisaweta Scherdel, bilde Medienkaufleute aus und biete Volontariate.

Scheuerle verwies zudem auf Weiterbildungsmöglichkeiten der IHK. „Wir haben einen Fachkräftemangel im Handwerk und suchen händeringend junge Menschen“, fügte Florian Schöll von der IHK hinzu, „es gibt spezielle Beratungsangebote.“

Über die Arbeit des Aktionskomitees Kind im Krankenhaus (Akik) informierte dessen Vorsitzende Karin Schmidt: „Wir betreuen ehrenamtlich Kinder im Krankenhaus und sind gegenwärtig etwa 50 Aktive. Unser Engagement hilft Kindern, Eltern und dem Krankenhauspersonal.“

Die örtlichen Betriebe präsentieren sich auf vielen Plattformen online. Doch schließlich müssen sie mit ihren Leistungen überzeugen. Auf der Papiertüte der ARG ist zu lesen: „Ein alter Brauch: Wo man gut beraten wird, da kauft man auch!“

Seit 2012 gibt es die Initiative „Buy local“. Die Gewerbeschau hat dazu beigetragen, an einem Wochenende herauszufinden, was es eigentlich alles im Stadtteil gibt. Das brachte für manchen Rödelheimer neue Erkenntnisse und Erfahrungen und führt hoffentlich weg vom Internet hin in die Geschäfte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare