Commerzbank-Stiftung fördert Entwicklung von „Roswitha“ an der UAS

Roboter hilft Pflegenden

Noch ohne Gestalt packt Roswitha mit an: Der Assistenzroboter unterstützt in der Pflege. Wie er später einmal aussehen soll, entscheiden die Nutzer mit. Foto: Julian Umansky/ Frankfurt UAS/p

Nordend (red) – Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) hat eine hochschuleigene, autonome Roboterplattform, den Assistenzroboter „Roswith“ (Robot System With Autonomy) entwickelt.

Ausgehend vom Stand des technischen Innenlebens widmet sich ein interdisziplinäres Wissenschaftsteam des Forschungszentrums „Future Aging“ in den kommenden drei Jahren der äußeren Gestaltung des Roboters, dem sogenannten „Embodiment“. Möglich wird dies durch die Förderung der Commerzbank-Stiftung, die erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften unterstützt.

„Dank der Förderung der Commerzbank-Stiftung werden wir nun in der Entwicklung von Roswitha, unserem hochschuleigenen Assistenzroboter, entscheidend vorankommen und auf die durch den demografischen Wandel stetig wachsenden Herausforderungen in der Pflege mit einer von der Zielgruppe akzeptierten Lösung antworten können“, sagt Professor Frank Dievernich, Präsident der Frankfurt UAS. Kirsten Böddeker, Vorständin der Commerzbank-Stiftung ergänzt: „Mit unserer Förderung wollen wir eine wissenschaftlich basierte Produktinnovation ermöglichen und damit einen Beitrag zum Bildungsstandort Frankfurt und so auch zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft leisten“.

Viele Menschen wollen im Alter oder bei körperlichen Beeinträchtigungen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben, doch es fehlen schon jetzt Pflegekräfte. Im Jahr 2017 wurden von den 3,4 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 2,6 Millionen zu Hause betreut. Ein im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstelltes aktuelles Gutachten spricht schon heute von rund 120.000 fehlenden Pflegekräften.

Assistenzroboter können in Zukunft pflegerische Leistungen ergänzen. „Es geht um Ergänzung und nicht um Ersatz des Pflegepersonals“, betont Projektleiterin Professor Barbara Klein, Sprecherin des Forschungszentrums „Future Aging“ der Frankfurt UAS. „Mit Roswitha können pflegebedürftige Menschen mehr Aufgaben selbst übernehmen und damit Angehörige und Pflegepersonal entlasten.“

Der hochschuleigene Assistenzroboter Roswitha kann sich autonom in der Wohnung bewegen und auf Aufforderung mit seinem Greifarm Gegenstände bringen. Weitere Anwendungsfelder können in Zukunft die Überwachung von Vitalparametern (Blutdruck oder Blutzucker) und die Kommunikation mit Ärzten oder Angehörigen über Telepräsenzschaltung sowie die Freizeitgestaltung zum Beispiel mit Programmen zum Gehirntraining sein.

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