Projekt „Mehr Bock auf Politik – Mehr Mut zum Gestalten“ abgeschlossen

Junge Menschen gewinnen Einblick in die deutsche Politik

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Zum Projektabschluss gab es für die Teilnehmer Blümchen. Foto: Verein Beramí / p

Frankfurt (red) – Die fünfte Staffel des Mentoringprogramms „Mehr Bock auf Politik – Mehr Mut zum Gestalten“ ist abgeschlossen.

„Immer mehr populistische Gruppierungen finden Anklang in der Bevölkerung“, sagte Rosina Walter, Vorstand des Vereins „Beramí berufliche Integration“. Die Förderung der Demokratie, der demokratischen Werten in Europa und der sozialen und politischen Teilhabe von jungen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sei wichtiger denn je. Auch sei der Anteil an Kommunalpolitikerpolitikern mit Migrationserfahrung im Verhältnis zu den heute in Frankfurt lebenden Menschen mit Migrationsgeschichte zu gering.

Projektleiterin Gabriela Molina stellte das Programm des vergangenen Jahres vor, unterstützt von Teilnehmenden, die über ihre Aktivitäten berichteten: 23 junge Menschen aus 17 Ländern nahmen am Projekt teil, um sich mit Strukturen der Kommunalpolitik auseinanderzusetzen. Das Ziel: Politisches Engagement. Darüber hinaus besuchten sie zwölf Seminare, Workshops und Trainings zu Themen wie „Das deutsche politische System“, „Parteien“, „Die Rolle der Medien“, „Antidiskriminierung“, „Gender“ und „Erfolgreiche Kommunikation auf politischer Ebene“. Die Erfahrungen, die sie während des Projektes gemacht haben, sind vielfältig. Für die meisten war wichtig, für sich ein Thema zu finden, für das sie sich später politisch engagieren möchten und wertvolle Kontakte knüpfen zu können. Gemeinsam mit den Mentoren aus der Politik – darunter auch Stephan Siegler – besuchten sie Sitzungen wie die Stadtverordnetenversammlung, die Ausschuss-, Fraktions- und Ortsbeiratssitzungen. Unter den Mentoren waren zudem Vertreter aus den Bereichen Entwicklungspolitische Zusammenarbeit.

Um das Gelernte in die Praxis umsetzen zu können, planten und realisierten die Teilnehmer politische Projekte. Darunter: Eine Fahrradtour durch Frankfurt entlang der EU-Institutionen. Bei der Planung, Durchführung und Evaluierung der Aktion lernten die Teilnehmer die Grundlagen des Projektmanagements kennen und sammelten Erfahrungen. Sie lernten, wie man auf der Straße mit Menschen in Kontakt treten und kommunizieren kann.

Weitere Themen waren Intersektionalität, Mobbing an Schulen und die Aufgaben der Kommunalen Ausländervertretung. Für 2020 ist ein sozial-ökologisches Projekt geplant, bei dem ein Bewusstsein für das Miteinander, die eigene Arbeit, die Natur und ihre Pflanzen sowie die eigene Umgebung geschaffen werden soll. Seit 2015 hat der Verein Beramí 85 junge Menschen mit Migrationserfahrung aus über 25 Ländern mit Politikern zusammen gebracht und begleitet.

Das sind zwischen 17 und 18 pro Jahr. Von den 85 Teilnehmern engagieren sich heute 80 Prozent in Initiativen, Vereinen oder Parteien. Sie helfen und sind aktiv beim Langener Weltladen, beim Frühstück für Obdachlose in Frankfurt, als Dolmetscher für Geflüchtete, in einer Bürgerinitiative gegen hohe Mieten in Frankfurt und beim Verein für die Deutsche Jugend aus Russland.

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