Frankfurter Kleingärten auf dem Prüfstand

Planungsbüro und Grünflächenamt wollen nur Bestandsaufnahme

Doreen Dühring (TGP) und Heinz-Peter Westphal präsentieren den Zuschauern die Konzepte, die von Maria Julius (TGP) erklärt wurden Foto: Mohr

Frankfurt (zmo) – Man kann das Misstrauen der Kleingärtner gut verstehen, wenn sie vom Grünflächenamt aufgerufen werden, einem Planungsbüro aus Lübeck den Zugang zu ihren Gärten zu ermöglichen damit es herausfinden kann, wo den Pächtern der Schuh drückt.

Anschließend kamen Einladungen zu Kleingartengesprächen, dabei wurden fünf von 116 Frankfurter Gärten gebeten, ihr Vereinshaus für diese Gespräche zur Verfügung zu stellen. Das Interesse war sehr groß, die Sorgen um die Zukunft der Gärten ebenfalls.

Die Frage an den Abteilungsleiter des Grünflächenmanagements, Heinz-Peter Westphal, ob er verstehen könne, dass viele Kleingärtner Angst haben, dass auf ihren Grundstücken demnächst vielleicht Wohnungen entstehen sollen, beantwortete er bereitwillig so: „Es geht hier bei diesem Projekt nicht darum, neue Gebiete für den Wohnungsbau zu suchen. Es ist ein Projekt, das den derzeitigen Zustand von Frankfurter Kleingärten erfassen soll“. Ähnlich versuchte auch Maria Julius, Projektleiterin des Lübecker Planungsbüros TGP den Besuchern die Angst zu nehmen. „Es gibt keine Zielvorgaben von der Stadt Frankfurt. Wir sind engagiert worden, um herauszufinden, wie sich die Situation von Kleingärten in den nächsten zehn bis 15 Jahren entwickeln wird. Wo ihr weiterer Bedarf ist, wo die Sorgen und Probleme der Pächter liegen. Wie ist der Zustand der einzelnen Gärten? Haben alle Vereine Vereinshäuser, eventuell auch öffentlich zugängige, wer hat Spielplätze, gibt es Wartelisten, ist die Gemeinschaftsarbeit in den Vereinen zufriedenstellend. Gibt es gar Leerstände von Parzellen in Frankfurt. Diese und weitere Fragen beschäftigen uns und sind Inhalt unserer Aufgabenstellung“, erläuterte Maria Julius. 239 Gartenanlagen wurden besichtigt und zahlreiche Pächter befragt. 80 Prozent von ihnen haben ihre Gärten gezeigt und gaben bereitwillig Auskunft. 2018 beschloss die Stadtverordnetenversammlung unter der Federführung des Grünflächenamtes das Kleingartenentwicklungskonzept (KEK) zu erstellen. Beauftragt wurde die Lübecker Gartenplanungsgesellschaft Trüper, Gondesen und Partner (TGP). Die beiden Frankfurter Kleingarten-Dachverbände haben diesem Vorgehen zugestimmt und ihre Unterstützung zugesagt. 2020 soll das Projekt dann abgeschlossen sein und dem Magistrat der Stadt vorgelegt werden. „Wenn die Stadt uns schon Planungsgesellschaften schicken, dann steckt doch mehr dahinter als nur nach unseren Wünschen und Verbesserungsvorschlägen zu fragen“ sagte ein Besucher auf der Kleingartenanlage KGV Süd West in der Mönchhofstraße auf der diese Veranstaltung stattfand.

Ob sich die zahlreichen Besucher mit der Präsentation des Projektes zufriedengaben, war nicht erkennbar. Das zeigte vor allen Dingen die abschließende Fragestunde, die sich fast ausschließlich auf die Zukunft der Kleingärten in Frankfurt bezog.

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