Otto-Hahn-Preis 2019 an Festkörperchemiker Martin Jansen verliehen

Pionier in der Materialforschung

Martin Jansen ist in Frankfurt mit dem Otto-Hahn-Preis 2019 ausgezeichnet worden. Foto: p

Altstadt (red) – Der emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart, Martin Jansen, hat den Otto-Hahn-Preis erhalten.

Bürgermeister Uwe Becker überreichte die Urkunde und die Medaille bei einer Feierstunde in der Frankfurter Paulskirche gemeinsam mit Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker, und dem designierten Präsidenten der Physikalischen Gesellschaft, Lutz Schröder. Im Anschluss trug sich der Preisträger in das Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein.

Die Laudatio hielt Barbara Albert von der Technischen Universität Darmstadt. Jansen hat mit seinem Prinzip der rationalen Syntheseplanung die Synthese unbekannter und exotischer Verbindungen revolutioniert. Seine Forschung ermöglicht neue Wege auf der Suche nach innovativen Materialien.

„Mit der Verleihung des Preises würdigen wir die herausragende Lebensleistung des Preisträgers. Im Namen der Stadt Frankfurt beglückwünsche ich Martin Jansen zum Otto-Hahn-Preis. Es ist mir eine große Ehre den wichtigen wissenschaftlichen Beitrag zu würdigen“, sagt Becker in der Paulskirche. „Auch, wenn sich für viele Menschen die Arbeit auf dem Gebiet der rationalen Syntheseplanung nur schwierig erschließt, so nehmen doch die Ergebnisse auf viele Menschen Einfluss oder werden es zukünftig tun.“

Die Auszeichnung ist mit 50.000 Euro dotiert und wird gemeinsam von der Stadt Frankfurt, der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) alle zwei Jahre in der Frankfurter Paulskirche verliehen. Er dient der Förderung der Wissenschaft insbesondere auf den Gebieten der Chemie, Physik und der angewandten Ingenieurwissenschaften durch die Anerkennung herausragender wissenschaftlicher Leistungen.

„Professor Martin Jansen ist ein Pionier in der Materialforschung und ich gratuliere ihm sehr herzlich zu dieser verdienten Auszeichnung, die wir im Andenken an den großen Sohn unserer Stadt, Otto Hahn, verleihen. Viele unserer Preisträger wurden später mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Martin Jansen hat die Festkörperchemie mit neuen Impulsen und Denkmodellen weiterentwickelt und damit wissenschaftliche Spitzenleistungen erbracht“, sagt Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig.

„Jansens anspruchsvolle und originelle Forschung zur Synthese von unbekannten und exotischen Verbindungen bereitet den Weg für neuartige Materialien, die beispielsweise einen Beitrag zu einer effizienteren Energiegewinnung leisten können“, erklärt Matthias Urmann, Präsident der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Dieter Meschede, Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, ergänzt: „Physiker bewundern die Gabe von Chemie-Kollegen wie Martin Jansen, neue Stoffe zu schaffen, die häufig auch neue physikalische Phänomene bieten.“

„Dies ist nicht mein erster Preis, aber für mich der Wichtigste. Ich fühle mich sehr geehrt, in den Kreis der früheren Preisträger mit so herausragenden Wissenschaftlern wie Theodor Hänsch, Gerhard Ertl und Stefan Hell, die alle den Nobelpreis erhalten haben, eingereiht zu werden. Auch freue ich mich, dass der Otto-Hahn-Preis als interdisziplinärer Preis für Leistungen auf dem Gebiet der Chemie und Physik vergeben wird, denn auch meine Forschung hat ja interdisziplinären Charakter“, freut sich Jansen über diese Auszeichnung. Jansen befasst sich in seiner Grundlagenforschung in der Anorganischen Festkörperchemie damit, neue Festkörper mit interessanten Stoffeigenschaften zu erschließen und innovative Materialien zu entwickeln.

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