Volkskomitee möchte „beste Bedingungen“ schaffen

OB Peter Feldmann trifft Kollegen aus Ho-Chi-Minh-Stadt

Oberbürgermeister Peter Feldmann in Ho-Chi-Minh-Stadt mit Phuong im IT-Park Quang Trung Software City. Foto: Stadt Frankfurt/p

Frankfurt (red) – Oberbürgermeister Peter Feldmann hat mit einer Delegation aus Politik und Wirtschaft die Ho-Chi-Minh-Stadt besucht. Bis Dienstag traf sich das Stadtoberhaupt mit dem Vorsitzenden der Stadtregierung von Ho-Chi-Minh-Stadt, Ngyuen Than Phong.

Dieser begrüßte die Delegation herzlich und lobte die guten deutsch-vietnamesischen Beziehungen der vergangenen Jahre, die man zukünftig weiter intensivieren wolle.

„Deutsche Firmen unterhalten 148 Projekte in Ho-Chi-Minh-Stadt und erwirtschaften ein registriertes Kapital von 275 Millionen US-Dollar. Wir arbeiten mit Investoren aus 103 Ländern, Deutschland belegt dabei den 13. Platz“, sagte Ngyuen Than Phong. Der Vorsitzende der Stadtregierung betonte, dass man gegenüber ausländischen Investoren offen sei: „Ich möchte an die Frankfurter Unternehmen die Botschaft übermitteln: Kommen Sie zu uns, wir sind offen und möchten für Sie die besten Bedingungen schaffen.“

Großes Interesse zeigten die Vertreter der Stadtregierung auch an den Themen erneuerbare Energien und Müllentsorgung. Das seien Bereiche, in denen man von den Erfahrungen Frankfurts lernen wolle. Die Stadtregierung kündigte an, Mitarbeiter nach Frankfurt schicken zu wollen, um einen engeren Austausch bei diesen Themen zu fördern.

Oberbürgermeister Feldmann äußerte sich erfreut über das große Interesse an einer Stärkung der Handelsbeziehungen und zeigte sich beeindruckt von der Dynamik in Ho-Chi-Minh-Stadt. Er sagte zu, die Anliegen der Gastgeber unterstützen zu wollen: „Ho-Chi-Minh-Stadt ist das Wirtschaftszentrum Vietnams, wir sehen viel Potenzial in der Zusammenarbeit, da auch Frankfurt ein wirtschaftliches Zentrum Deutschlands ist. Durch das Freihandelsabkommen, das bald in Kraft tritt, ergeben sich große Möglichkeiten für beide Seiten.“

An einem Nachmittag besuchte die Delegation Quang Trung Software City. Der IT-Park wurde 2001 mit 21 Unternehmen und 250 Mitarbeitern gegründet. Inzwischen haben mehr als 160 Unternehmen Büros in Quang Trung Software City, darunter zahlreiche deutsche. Quang Trung versteht sich auch als Ausbildungsstädte für die junge Generation und umfasst sieben Trainingszentren, zwei Universitäten und ein College.

Die stellvertretende Geschäftsführerin Phuong begrüßte Oberbürgermeister Feldmann und betonte ihm gegenüber, dass man die Beziehungen mit ausländischen Investoren vertiefen möchte. „Wir möchten die Beziehungen zu ausländischen Unternehmen ausbauen und mehr Investoren für diesen Standort gewinnen“, sagte Phuong. Oberbürgermeister Feldmann dankte ihr für die interessanten Einblicke. „Ich bin sehr beeindruckt von dem, was sie hier bereits geschafft haben. Sie entwickeln herausragende Projekte auf sehr hohem Niveau und wir sind neugierig zu erfahren, welche Möglichkeiten der Kooperation wir haben“, sagte er.

Ein Beispiel für eine deutsche Erfolgsgeschichte in Vietnam ist das Unternehmen Digi-Texx. Gegründet wurde die Firma, die verschiedene digitale Dienstleistungen unter dem Credo „German Quality Made in Vietnam“ anbietet, 2002 von Frank Schellenberg, seit 2003 hat sie ihre Büros in Quang Trung Software City. Das Unternehmen, das mit einem rund zwölfköpfigen Team startete, beschäftigt inzwischen rund 1000 Mitarbeiter.

Schellenberg sagte zum Potenzial des Landes: „Vietnam ist ein aufstrebendes Land, das sich mehr und mehr für IT- und Software-Entwicklung konzentriert. Das ist ein wichtiger, wachsender Zweig für den Investoren gesucht werden.“

Das Frankfurter Stadtoberhaupt sagte dazu: „Eine unserer großen Stärken ist unsere Internationalität: Wir vereinen in unserer Stadt mehr als 180 Nationalitäten und 200 gesprochene Sprachen. Das gibt es so in keiner zweiten deutschen Stadt. Damit schaffen wir Plattformen für ungewöhnliche Projekte: Die Türkei und Israel arbeiten beispielsweise trotz politischer Spannungen in Frankfurt eng zusammen, gleiches entwickelt sich auch zwischen China und Japan. Wir haben die Ehre, diese Nähe zu schaffen.“ Schellenberg zeigte sich interessiert an diesen Entwicklungen und äußerte den Wunsch, Teil dieses Projektes zu werden.

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