Absolventen feierlich verabschiedet

Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft

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Die Absolventen des Kontaktstudiums mit ihren Zertifikaten.

Frankfurt (red) – Jüngst wurden erstmals Zertifikate zum Abschluss des Kontaktstudiums „Pädagogische Kompetenz in der Migrationsgesellschaft“ vergeben.

Die akademische Weiterbildung wurde von der Universität Oldenburg konzipiert und in Kooperation mit dem Verein für Kultur und Bildung e. V. (Kubi) in Frankfurt von November 2018 bis Juli 2019 zum ersten Mal durchgeführt. Die Weiterbildung richtet sich an migrierte und geflüchtete Akademiker mit pädagogischen Vorerfahrungen, die bereits über eine Ausbildung oder ein Studium aus ihren Herkunftsländern verfügen. „Ziel des Projektes ist es die Situation von Migrierten und Geflüchteten im Bildungsbereich und auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern und den professionellen Einstieg oder die berufliche Verfestigung in einem pädagogischen Arbeitsbereich zu unterstützen“, erklärte Projektkoordinatorin Aline Theobald. Finanziert wird das Programm durch die Europäische Union aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds sowie durch das Niedersächsische Sozialministerium und der Stadt Frankfurt. 14 Personen haben das Kontaktstudium nun erfolgreich beendet und sind nun feierlich verabschiedet worden.

Die Absolventen stammen überwiegend aus Syrien und dem Iran. In ihrer Heimat waren sie als Lehrer, Dolmetscher oder Musikpädagogen tätig. In den vergangenen neun Monaten haben sie sich im Studium auf eine Tätigkeit in pädagogischen und sozialpädagogischen Arbeitsfeldern vorbereitet. Eröffnet wurde die Feier von Rudolf Leiprecht, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, der die Projektleitung innehat. Auch Merle Hummrich von der Goethe Universität und Anna Latsch, stellvertretende Geschäftsführerin von Kubi richteten Grußworte an die Anwesenden. Ihre Urkunden erhielten die Absolventen von der Projektleitung Rudolf Leiprecht und Projektkoordinatorin Aline Theobald, die die Teilnehmer im vergangenen Jahr intensiv begleitet haben.

„In Deutschland leben viele Geflüchtete sowie Migranten, die in ihren Herkunftsländern schon eine Hochschulausbildung absolviert und im sozialen Bereich Berufserfahrung gesammelt haben“, sagte Leiprecht, Hochschullehrer für Diversitätsbewusste Sozialpädagogik und Leiter des Projekts. Sie verfügten vielfach über Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten, die häufig übersehen oder ignoriert würden. „Das Weiterbildungsprogramm trägt dieser Tatsache Rechnung und ist auf die einzelnen Teilnehmenden und ihre Ressourcen abgestimmt. Damit wird auch eine professionelle Anerkennung signalisiert, eine Erfahrung, die viele in Deutschland sonst leider nicht machen.“

Interessierte können sich für den nächsten Durchgang des Kontaktstudiums in Frankfurt bewerben. Eine Infoveranstaltung findet am Montag, 9. September, ab 18 Uhr, bei Kubi, Hanauer Landstraße 182, statt.

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