Feldmann würdigt Ferry Ahrlé

Neue Kunstwerke an der Konsti

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Ferry Ahrlés Zeichnungen schmücken die U-Bahnstation Konstablerwache.

Innenstadt (red) – Fasziniert von den Großbaustellen und den tiefen Gruben beim U-Bahnbau zeichnete der gebürtige Frankfurter Künstler Ferry Ahrlé in den 70er und 80er Jahren eine Reihe von Wandbildern der neu entstehenden U-Bahn-Strecken und -Stationen.

„Beeindruckt von den technischen und menschlichen Leistungen auf den riesigen Baufeldern, dokumentierte er mit feinem Pinselstrich die Bauarbeiten, aber auch die neu entstandenen Bahnsteige und Tunnel. Diese zeitgeschichtlichen und künstlerischen Darstellungen bekommen in der Konstablerwache nun einen besonderen Platz und gedenken so an diesem markantem Ort dem vor einem Jahr verstorbenen Zeichner, Maler und Autor Ferry Ahrlé. Ahrlé war ein sehr geselliger und Frankfurt und seiner Kulturszene sehr verbundener Mensch. Die Idee, seine Bilder an so einem belebten Ort für alle Bürgerinnen und Bürger sowie den vielen Gästen der Stadt zu präsentieren, hätte ihm bestimmt gefallen“, sagte Oberbürgermeister Feldmann.

Feldmann sagte weiter bei der Vorstellung vergangene Woche: „Der gebürtige Frankfurter Ferry Ahrlé hat Spuren hinterlassen. Er war einer der vielfältigsten Künstler seiner Zeit. Wie seine Geburts- und über viele Jahre Heimatstadt, war er in Europa zuhause und in der Welt der Musik, des Films, des Fernsehens engagiert.“ Seine Bilder sind im Burgtheater in Wien und in der Wandelhalle unseres Römers ausgestellt. Zugleich schuf er Bilderzyklen zu den Werken Goethes, Dostojewski, Morgensterns. „Durch Ferry Ahrlés Werke über den U-Bahn-Bau wird die Anonymität der arbeitenden Menschen durchbrochen, die Arbeit Untertage bekommt Gesichter. Harte Arbeit und moderne Technik wird anschaulich und nachvollziehbar.“ Es sei das Anliegen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, Kunst im öffentlichen und über den öffentlichen Raum mit dem Andenken an einen großen Frankfurter zu verbinden.

„Wir sind hocherfreut, diese wunderschönen Zeitzeugnisse künftig an den Tunnelwänden des Bahnsteigs der U4/U5 Richtung Hauptbahnhof ausstellen zu können“, sagte Thomas Wissgott, Geschäftsführer der VGF, bei der Vorstellung der Wandzeichnungen in der Konstablerwache. „Was viele nicht wissen, nicht nur hier, sondern in vielen weiteren Stationen sind namenswerte Kunstwerke zu sehen und nun gehört auch ein für Frankfurt so wichtiger Künstler wie Ferry Ahrlé dazu.“ Ferry Ahrlé wurde 1924 in Frankfurt geboren, verbrachte seine Kindheit und seine Ausbildungszeit jedoch in Berlin, wo er an der Hochschule für bildende Künste studierte und Kontakt zum Deutschen Theater pflegte. Bis zuletzt hatten seine Frau Sigrid und er in beiden Städten ein Zuhause und pendelten regelmäßig zwischen der Hauptstadt und Frankfurt-Dornbusch.

In den 50er Jahren befasste er sich mit der Plakatkunst unter anderem für Filme von Bellini, Bergmann, Buñuel, Truffaut und Polanski. Mit Architektur und Stadtlandschaft beschäftigt sich Ahrlé in seiner Zeit in Paris in den 60ern.

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