Erfinder, Humor, Leid, Krimi und Liebe

Langer Tag der Bücher im Haus am Dom mit acht Verlagen

Michael Quast und Philipp Mosetter sprechen über „Kurt“. Foto: Faure

Altstadt (jf) – Zum 17. Mal war der „Lange Tag der Bücher“ und der zwölfte Bouqinistenmarkt im Haus am Dom zu Gast. Der bewährte Organisator und Moderator Florian Koch begrüßte die Gäste im Saal.

Die erste Runde bestritten Verlegerin Christina Henrich-Kalveram, Henrich Editionen, und Autorin Ortrud Toker. In ihrem Forscherroman „Vom Ende der Langsamkeit“ begibt sie sich auf die Spuren von Werner Siemens, Philipp Reiss sowie Carl und Bertha Benz. Ihre Erfindungen – der Zeigertelegraf, das Telefon und das Auto – veränderten die Welt.

In der zweiten Stunde saßen Michael Quast und Philipp Mosetter auf der Bühne. Quast stellte den Autor und sein Buch „Kurt. Die Legende unter den Ikonen“ vor: „Wir müssen jetzt versuchen, 20 Minuten zusammen zu arbeiten. Und lassen Sie uns siezen, ich finde das sehr erholsam im ständigen Geduze“, schlug Quast dem langjährigen Kollegen vor. Protagonist Kurt, tätig in der Werbebranche, saß in seiner großen Zeit in einem Eckbüro und rauchte Zigarre. Sonst tat er nichts – und wurde dafür, dass er Zeit hatte, sehr viel besser bezahlt als die emsig Arbeitenden. Abgelöst wurde er von Bernd, einer, der „im eigenen Ehrgeizkarussell durchdrehte“. „Etwas wie Zeit existiert in der Werbung nicht mehr, Prozesse haben sich verändert“, urteilte Mosetter, der selbst in der Werbung gearbeitet hatte. Erzählt wurde von einem Ferrari Dino 308 GT4, den Kurt im Hinterland von Cannes kaufte, obwohl er auf der Suche nach einer Hand war, die ihm einen Willkommensgruß im Hotelzimmer hinterlassen hatte. Das Buch enthält viele urkomische Geschichten und nimmt Werbung auseinander und auf die Schippe. Es gehe nicht um Kundenzufriedenheit, das sei nur eine Marketingphrase. Viel mehr sei der zufriedene Kunde ja unbrauchbar im Konsumatorium, längst seien Konsumenten zu Konsumaten geworden.

Im Societäts-Verlag erschien Maria Knissels Roman „Letzte Meile“, in dem sie von Marlene und Samuel erzählt, einem Paar, dessen 17-jährige Tochter starb. Wie gelingt es, damit zu leben? Kann eine neue Gemeinsamkeit gefunden werden? Die Autorin sprach mit Alf Mentzer darüber.

„Familie Fisch macht Urlaub“ heißt das Buch von Michael Wäser, über das er mit Verleger Axel Dielmann sprach. Wegen des drohenden Einzugs der egoistischen Mutter und Schwiegermutter begibt sich eine siebeneinhalbköpfige Familie per Bahn von Erfurt auf die Flucht – im Jahr des Mauerbaus, 1961.

Eine rätselhafte Familiengeschichte erzählt Claire Beyer in „Revanche“. Der Roman stand im Mittelpunkt des Gespräches mit Beate Tröger. Die siebente Stunde hatten Autorin Olivia Wenzel mit „1000 Serpentinen Angst“ und Moderator Albert Henrichs für sich. Den Abschluss bildete die Neuerscheinung „Frankfurter Einladungen 2“ mit Angelika Bünzel, Anette John, Dirk Hülstrunk und Moderatorin Aileen Hiecke.

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