Auszubildende im Bauhandwerk lernen nachhaltiges Bauen

Für Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Auszubildende im Bauhandwerk lernen positives Bauen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Foto: p

Westend (red) – Handwerker verschiedener Fachrichtungen der Philipp-Holzmann-Schule durften kürzlich den Einsatz von nachhaltigen Baustoffen kennenlernen sowie Grundtechniken des Strohballenbaus praktisch erproben.

Veranstaltet wurde der zweitägige Workshop „Nachhaltige Stadtentwicklung in Zeiten des Klimawandels“ vom Norddeutschen Zentrum für Nachhaltiges Bauen in Verden, welches der Einladung des Berufsschullehrers André Frese gefolgt war, in Frankfurt ihr aktuelles Weiterbildungsprogramm „Bauen als Klimaschutz“ vorzustellen.

Dabei lernten die angehenden Techniker in Theorie- und Praxismodulen die Eigenschaften und den Einsatz des Strohballenbaus kennen und konnten sich an den mitgebrachten Modellen ausprobieren. Ermöglicht wurde der Ausflug in die Praxis durch das vierjährige Bildungsprojekt „Ziel 13 – Bauen als Klimaschutz“, gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMU).

„Stroh und Holz sind die Baustoffe mit dem kleinsten ökologischen Fußabdruck“ , erläuterte Projektleiterin Dorothee Mix. Die Dozentin sowie Jessica Mittler und Michael Burchert wiesen dabei auf die Endlichkeit der Ressourcen Wasser und Sand hin, die vor allem bei der Zement- und Betonherstellung zum tragen kommt: Gerade für die Herstellung von Beton werden enorme Mengen an Energie benötigt, während Stroh als Nebenprodukt der Landwirtschaft praktischerweise sowieso zur Verfügung steht. Das Norddeutsche Zentrum für Nachhaltiges Bauen wurde selbst komplett in Holzrahmenbauweise mit Strohballen gebaut, mit Kalk direkt verputzt und misst fünf Stockwerke.

Hintergrund der Einladung ist ein einjähriges Projekt an der Philipp-Holzmann-Schule zum Thema Städtische Nachverdichtung und Neuer Siedlungsbau in Frankfurt. Dabei werden von den Schülern selbst autarke Wohneinheiten entworfen – sogenannte Tiny-Houses – welche dann in die bestehende Siedlung Westhausen zu integrieren sind.

In Anlehnung an die großen Siedlungsbauprogramme von Ernst May von 1925 bis 1930 nennt sich das Jahresprojekt 2019/20 an der Philipp-Holzmann-Schul „Das Neu(ste) Frankfurt“. Ziel des Projektes ist es „auf den aktuellen Mangel an bezahlbarem Wohnraum insbesondere für Studierende in Frankfurt zu reagieren, und dabei auch ökologische Aspekte des Bauens zu berücksichtigen“, erläutert André Frese von der beruflichen Schule Frankfurt. Der Name des Projekts „Ziel 13“ verweist auf eines der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung: „Maßnahmen zum Klimaschutz“.

Um die Aspekte von Klimaschutz beim Bauen ging es auch während des zweitägigen Seminars: „Im öffentlichen Fokus ist vor allem, wie viel CO2 ein Gebäude während seiner Nutzung verursacht,“ sagte Mix. Gute Dämmung und die Nutzung erneuerbarer Energien seinen sehr wichtig, aber oft werde vergessen, dass für die Herstellung von Gebäuden immense Energie- und Rohstoffmengen benötigt würden. Dass das in der Ausbildung von Bauhandwerkern eine viel größere Beachtung finden müsse, war eines der Erkenntnisse am Ende des Workshops.

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