Prodekane Ursula Schoen und Holger Kamlah wiedergewählt

Kleiner werdende Kirchen vor theologischer Herausforderung

Nach erfolgreicher Synode (von links): Stadtdekan Achim Knecht, Prodekan Holger Kamlah, Prodekanin Ursula Schoen, Propst Oliver Albrecht und Versamnmlungsleiterin Irmela von Schenck. Foto: Rolf Oeser/p

Frankfurt (red) – Mit überwältigender Mehrheit sind Prodekanin Ursula Schoen und Prodekan Holger Kamlah von der Synode und Regionalversammlung der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach für weitere sechs Jahre in ihrem Amt bestätigt worden.

Schoen, die für die Gemeinden im Frankfurter Südosten und in Offenbach zuständig ist, erhielt von den 138 Delegierten 111 Ja-Stimmen, Kamlah 117.

Beide hätten in den vergangenen Jahren ihr Amt „segensreich und engagiert“ wahrgenommen, sagte der für Rhein-Main zuständige Propst Oliver Albrecht, der Schoen und Kamlah den Delegierten zur Wiederwahl vorgeschlagen hatte. Frankfurt und Offenbachs Stadtdekan Achim Knecht, der diesen Sommer im Amt bestätigt wurde, sprach von einem „Dream-Team“, das aus drei unterschiedlichen Charakteren gebildet werde. Alle drei werden erst in der Mitte, beziehungsweise gegen Ende des kommenden Jahres, ihre neue Amtsperiode antreten.

33 der 67 evangelischen Gemeinden in beiden Städten und die Klinikseelsorge gehören zu dem Verantwortungsbereich von Prodekan Holger Kamlah. In den zurückliegenden fünf Jahren habe er viel beeindruckendes Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen gesehen, er habe aber auch Rückgänge erlebt – etwa beim Gottesdienstbesuch. Selbst für „Hochverbundene“ gelte: „Ob man in den Gottesdienst geht, wird von Fall zu Fall entschieden.“

Manche Gemeinden reagierten auf das rückläufige Interesse an Gottesdiensten durch Engagement auf anderen Feldern etwa im sozialen Bereich oder in der Flüchtlingshilfe. Zudem sei aber auch zu bedenken, ob Kirche nicht „draußen“ präsenter sein müsse, sagte der Theologe.

Ursula Schoen war von 2011 bis 2014 Dekanin im ehemaligen Dekanat Frankfurt Mitte-Ost. Sie beteiligte sich maßgeblich an dem Prozess des Zusammengehens der früher vier Frankfurter Dekanate zu einem. Zu Beginn des Jahres kam es zur Bildung eines Stadtdekanats mit Offenbach. Die 57 Jahre alte Theologin sagte in ihrer Wahlrede: „Die neue Gemeinschaft zwischen Frankfurt und Offenbach ist aus meiner Sicht ein Gewinn.“ Zur Aufgabe der Prodekanin, für 34 Gemeinden zuständig zu sein, kommt die Verantwortung für die evangelische Kirchenmusik in beiden Städten. Ursula Schoen nannte diesen Bereich „eine unserer Perlen im Stadtdekanat“. Beide Kommunen haben eine nicht nur die geografische Nähe, sagte sie in ihrer Rede. Als Städte seien beide geprägt von Tagespendlern, Transitlebenden, Zuwanderern und kurzfristigen Gästen. Nach Ansicht Schoens gilt es, die Wahrnehmung der Fremdheit angesichts einer kleiner werdenden Kirche als theologische Herausforderung anzunehmen.

Neben der Wiederwahl von Kamlah und Schoen stand die Verabschiedung der Haushalte des Stadtdekanats und des Regionalverbands der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach an. Das Volumen des Verwaltungsteils des Haushaltsplans für den Evangelischen Regionalverband beträgt 227.308.390 Euro, der Vermögensteil liegt bei 20.256.699 Euro. Rund 123,6 Millionen machen die Krabbelstuben und Kindertagesstätten beim Verwaltungsteil aus und stellen damit den weitaus höchsten Posten dar, gefolgt von rund 52 Millionen für den Fachbereich Diakonie sowie den Fachbereich Beratung, Bildung, Jugend. Auch beim Vermögensteil machen die Ausgaben für Kitas und Krabbelstuben mit rund 7,5 Millionen den höchsten Anteil aus, im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 62 Prozent. Hintergrund ist die zurückgehende Zahl an Baumaßnahmen.

Der Haushalt des Stadtdekanats umfasst und 3,65 Millionen Euro, der größte Posten sind die Ausgaben für Kirchenmusik, sie liegen bei nahezu 1,5 Millionen, an zweiter Stelle stehen die Aufwendungen für Seelsorge, sie liegen bei rund 777.000 Euro. Beide Haushaltspläne wurden von den 138 Delegierten angenommen.

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