Der fünfte wilde Sonntag befasste sich mit dem Thema „Wasserleben in Frankfurt“

Kiosk, Klavier und Kontrabass – dazu ein bisschen Regen

Experte Hubert Gloss und Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen, erinnerten am Wasserhäuschen an die Kostbarkeit von Wasser. Fotos: Mohr

Bockenheim (zmo) – Es war der fünfte „Wilde Sonntag – Wasserleben in Frankfurt“, zu dem Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen, vor einem der schönsten Wasserhäuschen Frankfurts die zahlreichen Zuschauer begrüßte.

Anlass dieser Veranstaltungsreihe, die am nächsten Sonntag am Urselbach enden wird, war der extreme Hitzesommer 2018. Er sollte daran erinnern, wie kostbar unser Wasser ist.

„Es ist sicherlich für alle von uns derzeit ein großes Thema. Wasser ist nun mal das wichtigste Element, was uns am Leben hält. Ohne Wasser steht alles still“, sagte Heilig, die sich darüber freute, dass mehr als 100 Zuschauer den Weg zum Wasserhäuschen an der Frauenfriedenskirche gefunden hatten. „Die derzeitige Trockenheit macht uns auch weiterhin Sorgen und lässt nicht locker, alles zu tun, um sich diesen klimatischen Veränderungen entgegenzustellen“, sagte die Dezernentin weiter.

Was zu diesem Thema über die Wasserhäuschen gesagt werden konnte, überließ sie Hubert Gloss, der den Zuhörern erklärte, dass es schon Mitte des 19. Jahrhunderts Trinkhallen in Frankfurt gab, die das erste sprudelnde Wasser ausschenken durften. Später kam mit alkoholischen Getränken, Süßwaren und Zigaretten noch viel mehr dazu.

Schwierig wurde es in der Nachkriegszeit. Da Wasserhäuschen keine Toiletten hatten und die Geruchsbelästigung durch die Stammgäste („Volleul‘“ oder „Hefköpp“ genannt) unerträglich wurden, hielten sich die Behörden mit der Genehmigung von Konzessionen stark zurück. Später änderte sich das wieder und in den 80er-Jahren entstand förmlich ein Boom. Das Wasserhäuschen wurde Kult.

„Dass die Wasserhäuschen heute jedoch kaum noch Überlebenschancen haben, liegt an den viel preiswerteren Supermärkten, an Tankstellen, aber auch an den älter werdenden Fans dieses Kulturguts. Und junge Leute favorisieren meist andere Locations“, erklärt „Wasserhäusche-Lotse“ Hubert Gloss, der dennoch Führungen durch die Frankfurter Trinkhallen-Kultur anbietet.

Gut versorgt mit den Getränken vom Wasserhäuschen, erlebten die zahlreichen Besucher am Sonntag einige Meter weiter, in der Platanen-Rotunde der Zeppelinallee, mit Karmen Mikovic (Klavier und Gesang) und Nina Hacker (Kontrabass) zwei herausragende Musikerinnen und deren Jazz. Alle Plätze waren schnell belegt. Die Blicke an den Himmel allerdings verhießen nichts Gutes. Der Klimawandel machte seinem Namen alle Ehre: Nach langer Trockenheit wartete ganz Frankfurt auf Regen – und der kam auch, nur eben dann, wenn er nicht gewollt war.

Nachdem aber die Schirme aufgespannt waren und die Musikerinnen gut geschützt unter dem Zeltdach ihre Lieblingsstücke ankündigten, erfreuten sie das Publikum mit einer bunten „gemischten Tüte“ Musik.

Nächsten Sonntag erfahren die Besucher beim sechsten „Wilden Sonntag“, wie es den kleineren Gewässern in der Umgebung geht. Bei einer Inspektionsreise entlang des Urselbachs und des Mühlgrabens werden Wasserexperten erklären, unter welchen Bedingungen Fische leben müssen.

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