Kinder staunen beim „Zaubertraum“

Künstler und Schüler begegnen im „Musik Monat Mai!“

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Oberbürgermeister Peter Feldmann war zur Aufführung in die Hochschule gekommen – hier zwischen den Kindern und den Künstlern.

Westend (jf) – Gespannt saßen die vielen Erst- und Zweitklässler der August-Jaspert-Schule im Kleinen Saal der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK).

Auf der Bühne standen zwei Stühle und ein Flügel. Zwei Mädchen kamen pünktlich, der Musikunterricht begann. Etwas später schlurfte Harry (Shenzi Liang) gähnend in die Klasse. Auf die Fragen des Lehrers Katzenkratz (Moritz Schneidewendt) hatte er keine Antworten. Oder falsche. Entnervt reagierte der Lehrer, übermüdet schlief Harry am Flügel ein. Vielleicht half ja ein Guten-Morgen-Lied, „Bruder Jakob“ beispielsweise. Das kann man in einer fröhlichen Dur-Tonart oder aber in getragenem Moll spielen.

Plötzlich fanden sich die sechs künftigen Master Instrumentalpädagogik (Dozentin Katharina Deserno) in einer märchenhaften Umgebung wieder. Der böse Zauberer Katzenkratz versetzte die Magische Fliege (Rafaël Florido) in Schlaf, weil er das Gitarrenspiel nicht ertragen konnte. Aber die gute Fee (Anna Stepanova) entzauberte die Fliege wieder. Das freute auch die Geige spielende Elfen-Prinzessin (Asilkan Okeev).

Ziemlich beeindruckend schleppte sich ein in Ketten gelegter Drache (Léa Dussarat) auf die Bühne. Im Hintergrund erschien auf der Leinwand das Zauberschloss, das der Drache eigentlich bewachen sollte, aber dazu keine Lust mehr hatte. Viel lieber will er Musik spielen, am besten mit Freunden. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht?

„Der Zaubertraum“ wurde von Léa Dussarat entwickelt. Spielerisch lernen die Kinder etwas über Rhythmus, Dynamik, Tempo, Harmonik und können sich zum Schluss beim Kanon „Bruder Jakob“ singend beteiligen. „Ich fand es sehr toll“, sagte ein Mädchen nach dem musikalischen Märchen. „Die Schauspieler haben das gut hingekriegt“, meinte eine andere Schülerin. Am besten gefallen hat ihnen das gemeinsame Singen. Eigentlich ist genau das die Botschaft der Veranstaltung „Musik Monat Mai!“, wie Elmar Fulda, Präsident der HfMDK, unterstrich: „Wichtig ist, dass jeder mitmachen kann.“

Seit 2006 gibt es die Aktionstage der Schulmusik. In der 13. Auflage gehen 300 Künstler aus der Hochschule, der Alten Oper, Dr. Hoch’s Konservatorium, dem Ensemble Modern, dem Hindemith-Institut, dem hr-Sinfonieorchester, der hr-Bigband, des Projekts „Jazz und improvisierte Musik in die Schule!“, der Jugendmusikschule Bergen-Enkheim, der Jungen Deutschen Philharmonie, dem Musiktheater „laterna musica“, der Frankfurter Musikwerkstatt, der Frankfurter Museums-Gesellschaft, der Musikschule Frankfurt, der Oper, des Angebots Schülerkonzerte und vom Verein Waggong mit über 50 Projekten in rund 40 Frankfurter Schulen.

Ein Angebot, das von vielen gerne angenommen wird. Doch die Musikinstitutionen fordern mehr: Musik muss als selbstständiges Fach vor allem in Grundschulen ausgebaut werden, Musikstunden dürfen nicht durch anderen Unterricht ersetzt werden, mehr ausgebildete Musiklehrer werden gebraucht, Institutionen der musikalischen Bildung müssen gefördert werden, musikalische Bildung gehört stärker in den Nachmittagsbereich der Schulen.

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