Diskussionsrunde im Haus am Dom

Wie kann Europa besser werden?

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Diskutieren im Haus am Dom (von links): ZDF-Moderator Stephan Szepanski, Udo Bullmann, Mitglied des Europäischen Parlaments, OB Peter Feldmann, Beate Martin, Leiterin Friedrich-Ebert-Stiftung in Budapest und Professor Harald Müller vom Leibniz Institut.

Innenstadt (zmo) – Es vergeht kaum ein Fernsehabend, ohne dass das Thema Europa nicht auf dem Diskussionstisch liegt.

Politiker, Historiker, Wissenschaftler dazu ein politischer Moderator und schon kämpfen sich die Protagonisten durch ein abendfüllendes Thema, das am Ende nur nachdenkliche Gesichter hinterlässt. Ein ähnliches Thema fand nun auch im Haus am Dom in Frankfurt statt. Die SPD nahe Friedrich-Ebert-Stiftung hatte Bürger zu einer Diskussion eingeladen: Wie Europa besser, bürgernäher und sozialer gemacht werden kann. ZDF-Moderator Ralph Szepanski hatte hochkarätige Gesprächspartner an der Seite. Die Fragen, wie es denn nun in Europa weitergehen soll, konnten allerdings auch von ihnen nicht nachhaltig beantwortet werden.

Professor Harald Müller vom Leibniz Institut, ging in seiner Rede in die Vergangenheit zurück, in der Europa in Trümmern lag. “Europa war maßgeblich daran beteiligt, dass wir seit 1945 bis heute die längste Zeit in Frieden leben konnten. Das es jetzt unruhiger wird, liegt auch an den vielen Ungerechtigkeiten, die die Menschen nicht mehr akzeptieren. Rechtsgerichtete Politiker verbreiten Hass und Lügen, unter denen auch die notwendige Akzeptanz und Integrationsbemühungen zu den Flüchtlingen leidet. Dass Italien sich in der Hochzeit der Flüchtlingskrise von Europa allein gelassen fühlte zeigt, dass sie das bis heute nicht vergessen haben. Was unsere Gemeinschaft jetzt braucht, ist Leidenschaft, Aufrichtigkeit und Zusammenhalt, ansonsten ist ein Zerbrechen nicht auszuschließen“.

Auch Beate Martin, Leiterin der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Budapest, kann sich in die Politik Victor Orbans hineinversetzen, der mit Vehemenz EU Vereinbarungen missachtet „Ungarn ist seit 1989 frei und möchte nun mit allen Mitteln das Beste für sein Land herausholen. Die Bürger wollen die EU, sind aber mit der starren Bürokratie nicht einverstanden. Die Art Orbans kommt bei den Bürgern einfach an, sodass er immer wieder gewählt wird.“ Die Frage von Stephan Szepanski an den EU Parlamentarier Udo Bullmann was er denn von seinem EU Kollegen Nigel Farage hält, der den Brexit als Lebensaufgabe betrachtet und mit dem er seit 1999 im EU Parlament sitzt? „Farage ist ein Volksverführer aller erster Klasse. Ich bin sicher, dass er nicht mit einer derartigen Situation, die die Grundfeste Englands erschüttert, gerechnet hat. Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass es eine neue Brexit-Wahl gibt. Der chaotischen Politik in England ist derzeit nichts zuzutrauen“.

Wenn der Frankfurter OB Peter Feldmann über Europa spricht, dann fängt das meist in Frankfurt an. „Zusammenhalt beginnt in heimatlichen Gefilden. Frankfurt ist seit Jahrhunderten eine Stadt des Handels. Menschen aus vielen Ländern der Welt haben hier ihre Heimat gefunden. Das, was in der EU passiert, kann hier kaum einer verstehen. Nur Tugenden wie Respekt, Vertrauen und gemeinsames Handeln sind die Grundlagen für eine starke und stabile Gemeinschaft“, sagte Peter Feldmann.

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