Initiative Social Hub erklärt im Stadtteilbüro Bockenheim, warum der Gebäudekomplex für das Quartier wichtig ist

Der Kampf um das Backhaus geht weiter

Nils, Sarah und Lilo auf dem Hülya-Platz vor dem Backhaus. Foto: Faure

Bockenheim (jf) – Im Stadtteilbüro der 2009 gegründeten Initiative Zukunft Bockenheim informierten Anna Honecker anstelle der erkrankten Anette Mönich sowie Lilo, Sarah, Helmut und Nils vom seit 2018 bestehenden Social Hub zum Thema Backhaus: „Wir haben mit dem Ortsbeirat, Sieghard Pawlik, Mike Josef und im Planungsausschuss gesprochen und unser Konzept zur Nutzung des Backhauses vorgestellt“, erklärte Anna Honecker.

„Unsere Besetzung des Backhauses vom 5. bis zum 8. Oktober hat Staub aufgewirbelt und gezeigt, das ein soziales Zentrum dort gut möglich ist. Wir bekamen viel Zustimmung von den Bockenheimern“, ergänzte Sarah vom Social Hub. .

„Wir wollen das insgesamt 850 Quadratmeter große Gelände mit dem alten Backhaus, dem Anbau und dem zweistöckigen Fachwerkhaus erhalten. Das Ensemble gehört zu Bockenheim, das Fachwerkhaus stammt aus dem 17. Jahrhundert, das Fabrikgebäude wurde im 19. Jahrhundert gebaut, hat einen markanten Schornstein und ist unterkellert.

Als das Fabrikdach mit erheblichen öffentlichen Mitteln erneuert wurde, entstand darauf das erste Grasdach. Inzwischen sind die Fassaden begrünt und bilden im Zusammenhang mit dem davor liegenden Hülya-Platz eine grüne Oase“, ergänzte Lilo. Die Erhaltungssatzung 48 Bockenheim solle von der Stadt ernst genommen werden. Inzwischen wechselte das Areal in drei Jahren drei Mal seine Eigentümer. Der Home GmbH gehört Fachwerkhaus und Zwischenbau, der Loft GmbH die Fabrik. So können Grunderwerbssteuer und Vermögenssteuer umgangen werden, der Stadt entstehen entsprechende Verluste.

„Planungsdezernent Mike Josef lobte unser Nutzungskonzept“, fügte Lilo hinzu. Die Aktiven vom Social Hub wollen im Erdgeschoss des Backhauses ein regelmäßig geöffnetes, kollektiv betriebenes Café einrichten. Der Innenhof könne als Erweiterung des Hülya-Platzes wirken, gemeinsame Gartenprojekte seien denkbar. Im Backhaus könnten Räume an kollektive Projekte vergeben werden. Im Obergeschoss seien Seminare und Weiterbildungsveranstaltungen, Lesungen und Workshops vorstellbar. Auch Sport- und Tanzkurse, Kurse von Sprachgruppen, Filmvorführungen und Ausstellungen wären möglich.

„Außerdem war 2014 der Dalai Lama im Tibethaus in der Kaufunger Straße, den Tibetern ist deshalb das Gelände ebenfalls wichtig. Das alte Tibethaus hat einen bedeutenden Ruf als kulturelles Zentrum“, sagte Honecker. 2017 wurde das neue Tibethaus in der Georg-Voigt-Straße eröffnet. Später ging es die paar Schritte vom Stadtteilbüro zum Hülya-Platz. An einer Laterne hängen noch alte tibetische Fahnen. Tatsächlich ist das angrenzende Backhaus-Areal eine grüne Oase. Perfekt für Luxuswohnungen – doch genau das wollen vielen Menschen nicht nur in Bockenheim verhindern. Da wäre ein soziales Zentrum die wesentlich bessere Lösung, sind sich die Engagierten einig.

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