Römer öffnet für Schülervertreter, Jugendverbände und Fridays for Future

Jugendorganisationen fordern Jugendparlament

Oberbürgermeister Peter Feldmann mit Stadtschulsprecher Paul Harder (von links), dessen Stellvertreter Magnus Welkerling und dem Vorstand des Jugendrings, Julien Chamboncel. Foto: p

Altstadt (red) – Mehrere deutsche Städte, wie Wiesbaden, Stuttgart, Darmstadt oder Marburg ermöglichen Jugendlichen politische Teilhabe und haben Jugendparlamente etabliert.

Nun fordern die drei Jugendorganisationen Frankfurter Jugendring (FJR), Stadtschülerrat (SSR) und Fridays for Future (FFF), diesen Schritt auch in Frankfurt und haben zu einem Kongress in den Römer eingeladen. Ziel ist es, eine Debatte über ein Konzept für ein Jugendparlament in Frankfurt zu beginnen.

„Unserer Jugend wird unterstellt, sie sei unpolitisch. Das kann ich absolut nicht bestätigen. Die Jugendlichen in Frankfurt gehen nicht nur für den globalen Klimaschutz und Schülertickets auf die Straße, sondern wollen sich auch lokal einbringen und Frankfurt mitgestalten. Unsere Demokratie lebt vom Mitmachen und braucht junge Menschen, wie Euch, die Beteiligung mit Nachdruck einfordern“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann im Kaisersaal. Er habe den Kaisersaal und die Römerhallen gerne zur Verfügung gestellt, um damit seine Unterstützung für die Forderung der Jugendlichen deutlich zu machen. „Während in ganz Deutschland und weiter noch, rund um die Welt, Jugendliche auf die Straße gehen, um auch – aber nicht nur – für eine konsequente Umweltpolitik zu demonstrieren, wird immer klarer, dass es mehr Möglichkeiten der Partizipation für die jungen Menschen innerhalb unserer Gesellschaft geben muss. Uns ist es wichtig, das Thema jetzt anzupacken, solange wir Jugendlichen öffentlich wahrgenommen werden“, sagte Paul Harder, Stadtschulsprecher, in seiner Rede.

Den Kongress im Römer verstehen die Jugendorganisationen als „Kick-off-Event“ zur gemeinsamen Arbeit an einem Konzept für ein Jugendparlament in Frankfurt. Nach der Begrüßung der Teilnehmer im Kaisersaal durch Oberbürgermeister Feldmann konnten sich die Gäste in den Römerhallen bei einem „Markt der Möglichkeiten“ über die Arbeit bereits bestehender Jugendparlamente in Dresden, Marburg, Stuttgart, Wiesbaden und Offenbach informieren. Im Anschluss wurde diskutiert, wie ein Modell in Frankfurt aussehen könnte.

„Nach dem Kongress soll gemeinsam mit den drei Jugendorganisationen sowie mit Vertretern aus Zivilgesellschaft und Politik ein stadtweiter Arbeitskreis zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung in Frankfurt entstehen. Wir wollen weitere Konzepte der Partizipation kennenlernen und ihre konkrete Umsetzung bei uns planen. Wir brauchen niedrigschwellige und offene Angebote, für jede Altersgruppe“, sagte Yassine Chaikhoun, Vorsitzender des Frankfurter Jugendrings.

„Gemeinsam geht es darum, den Jugendlichen endlich eine Stimme auch außerhalb des Protests auf der Straße zu geben und reelle Mitwirkungsmöglichkeiten zu schaffen, auch für Schüler. Mit einem Jugendparlament, das von den Schülern selbst getragen wird, haben diese endlich die Möglichkeit der Teilhabe an Prozessen, die sie selbst oft am stärksten betreffen“, ergänzte ein Vertreter von Fridays for Future Frankfurt.

Den Kongress im Römer verstehen die Jugendorganisationen als Anfang eines Prozesses, in dem politische Teilhabe an Debatten innerhalb der Stadt für Kinder und Jugendliche ermöglicht und erleichtert werden soll, damit wichtige Entscheidungen nicht länger über die Köpfe der nächsten Generation hinweg getroffen werden.

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