Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter Hilfsorganisationen feiert Geburtstag

30 Jahre im Katastrophenschutz

Den Ehrenbrief des Landes bekam Joachim Kreuzer (Mitte) vom DRK übergeben. Ebenfalls anwesend: Landtagspräsident Boris Rhein (links) und Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank. Foto: Salome Roessler/p

Eckenheim (red) – Ob die Hochwasser 1995 oder 2003, die Flüchtlingswelle, große Bombenentschärfungen – bei diesen Herausforderungen für Frankfurt zeigte sich immer, wie gut die Idee „AGFH“ war.

Jürgen Maier, seinerzeit Chef des Technischen Hilfswerks in Frankfurt (THW), hatte sie vor 30 Jahren: Statt in gefühlter Konkurrenz arbeiten die Frankfurter Hilfsorganisationen seither Hand in Hand. Alle vier Organisationen, die sich im Betreuungsdienst und Katastrophenschutz engagieren – Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die freiwilligen Feuerwehren, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), die Rettungshundestaffel und die Frankfurter Berufsfeuerwehr, das heißt alle maßgeblichen Organisationen des Katastrophenschutzes in Frankfurt sind in der AGFH, der Arbeitsgemeinschaft der Frankfurter Hilfsorganisationen, zusammengeschlossen. „Das sind neben den hauptamtlichen Einsatzkräften allein mehr als 3000 ehrenamtliche Helfer, die für die Sicherheit unserer Stadt, aller Bürger und der ansässigen Unternehmen einen grundlegenden und nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten“, erklärte Sicherheitsdezernent und Schirmherr der Jubiläumsfeier Markus Frank. „Dieser fruchtbare Zusammenschluss von Rettungskräften ist auch nach 30 Jahren auf kommunaler Ebene noch beispiellos in Deutschland. Darauf können wir als Stadt stolz sein. “.

Die Hilfsorganisationen üben regelmäßig die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall in gemeinsamen Katastrophenschutz-Übungen wie der Frankopia, die einmal jährlich im Osthafen stattfindet. Die Organisationen trainieren bestimmte Einsatzszenarien im Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center (FRTC) der Frankfurter Feuerwehr. Bei großen „Lagen“, wie es im Fachjargon heißt, sind alle Organisationen auch im Führungsstab vertreten, tausende Ehrenamtler arbeiten koordiniert im Einsatz zusammen: Stellen Logistik und Personal für Transporte, organisieren Betreuungseinrichtungen – je nachdem, was die Situation verlangt.

Die Spitzen der Hilfsorganisationen treffen sich regelmäßig zur Abstimmung. Nicht zuletzt wirkt die AGFH seit ihrer Gründung auch immer wieder in die Stadtpolitik hinein und ist Sprachrohr für die Hilfsorganisationen auf Landesebene. Nachdrücklich argumentierte die AGFH etwa für ein gut ausgestattetes Aus- und Fortbildungszentrum in Frankfurt – für das sich die Stadt mit dem Feuerwehr- und Rettungs-Trainings-Center dann auch entschied. Zuletzt war die AGFH in die Beratungen zur Änderung des Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes (2018) einbezogen und setzte sich dafür ein, dass ehrenamtliche Kräfte stärker Berücksichtigung finden. „Der Gedanke ist immer: Wie kann der Katastrophenschutz für Frankfurt und damit der Schutz unserer Bürger verbessert werden?“, betonte Jürgen Maier, der Gründervater und langjähriger Vorsitzender der AGFH.

Der mittlerweile 77-Jährige erhielt bei der Feier den hessischen Verdienstorden für seinen unermüdlichen und sehr persönlichen Einsatz. „Jürgen Maier hat aus seinem dringenden Wunsch, dass die Hilfsorganisationen gut an ihrem gemeinsamen Ziel zusammenarbeiten, eine Institution gemacht, die AGFH“, sagte Boris Rhein, der als Präsident des Landtags die ranghohe Auszeichnung übergab, anerkennend. Den Ehrenbrief des Landes bekam Joachim Kreuzer vom DRK übergeben. Auch er engagiert sich seit vielen Jahren bei der AGFH.

Die Feier mit etwa 100 Gästen fand im Brandschutzzentrum in Eckenheim statt. Auch Karl-Heinz Frank, der Direktor der Branddirektion, betonte die stets gute Zusammenarbeit: „Die organisationsübergreifende Kooperation ist der Grundstein erfolgreicher Einsätze. Die Tatsache, dass sich alle Organisationen kennen und schätzen, hat gerade bei großen Lagen wie den Hochwassern, der Flüchtlingswelle oder aufwendigen Evakuierungen im Zusammenhang mit Bombenentschärfungen einen entscheidenden Unterschied gemacht.“

Maiers größter Wunsch heute ist, dass die AGFH und ihre erfolgreiche Arbeit weiter bestehen bleiben. Nicht zuletzt hängt das natürlich davon ab, ob auch weiter viele Menschen bereit sind, sich ehrenamtlich in Hilfsorganisationen zu engagieren.

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