Frisch, gut und regional

30 Jahre Erzeugermarkt an der Konstablerwache gefeiert

Clowns sorgten auf dem Erzeugermarkt für lustige Augenblicke zwischen den Ständen. Fotos: Faure

Innenstadt (jf) – Die „Konsti“ war rappelvoll. Eigentlich war kein Markttag, sondern Feiertag. Machte nichts. Rund 30 Stände hatten, obwohl sie bereits am Vortag da waren, erneut aufgebaut, um das 30-jährige Bestehen des Erzeugermarktes zu feiern.

Frische Köstlichkeiten aus der Region gab es zu kaufen, die Besucher konnten sich selbst beim Blumen binden versuchen, zuschauen, wie gedrechselt wird, historische Rebsorten kennenlernen und einem Bienentheater folgen. Und natürlich essen und trinken.

Oberbürgermeister Peter Feldmann unterstrich: „Der Erzeugermarkt steht für gute Lebensmittel.“ Den Erzeugern rief er zu: „Sie haben Frankfurt reicher gemacht!“ Dabei stieß die Idee, für die sich vor mehr als 30 Jahren eine Bürgerinitiative um die Landschaftsökologin Thekla Kolbeck stark machte, zunächst auf Widerstand. Ein Bauernmarkt mitten auf dem verkehrsreichsten Platz? Das Experiment gelang, inzwischen sind der Donnerstagsmarkt, den es seit zehn Jahren gibt, und der Samstagsmarkt nicht mehr wegzudenken aus Frankfurt.

„Wir fördern den Markt, weil wir die Erzeuger unterstützen wollen, die mit Hingabe für gute Lebensmittel arbeiten. Der Markt ist gut für die Käufer, die Bauern und die Region. Weitere Erzeuger sind willkommen“, erklärte Wirtschaftsdezernent Markus Frank.

Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, lobte den „innovativen Schritt vor 30 Jahren“. Der Erzeugermarkt zeige anschaulich, was die Natur alles bieten kann, wenn man sie mit traditionellen, aber auch neuen Verfahren nutzt.

Die Weinprinzessin von Rheinhessen, Celine Feldmann, lobte den Rebensaft ihrer Region, den man probieren sollte. Tappeser übergab einen 500-Euro-Scheck an Thomas Wolff, Mitgründer des Erzeugermarktes und im Vorstand des Frankfurter Marktvereins.

In einem anschließenden Podiumsgespräch unterhielten sich Thomas Wolff, Beatrix Tappeser, Hans-Georg Dannert vom Umweltamt und Annegret Grafen, Mitgründerin und im Vorstand des Marktvereins. Jennifer Sieglar moderierte. „Ich freue mich jede Woche, auf der ‚Konsti’ sein zu können. Vor 30 Jahren war der Platz ein Argument gegen den Markt. Und immer wieder schweben diverse städtebauliche Gestaltungsideen bedrohlich über unseren Köpfen“, sagte die Bio- und Weinbauexpertin Grafen.

„Von den Produkten, die auf dem Erzeugermarkt angeboten werden, kann man sich gut ernähren. Wenn Frankfurt ein großes Dorf ist, hat es auf der ‚Konsti’ seinen Dorfplatz“, urteilte Dannert. Der Platz liege hervorragend im Zentrum des öffentlichen Personennahverkehr, es werde gut beraten, in bedarfsgerechten Mengen verkauft und Verpackung gespart. Seit zwei Wochen gebe es die Taschenstation, die wie ein offener Bücherschrank funktioniere.

„Der Markt war und ist eine geniale Idee. Bereits 1989 wurde über das Klima diskutiert, inzwischen wissen alle, worum es geht“, bemerkte Tappeser. Die Landespolitik setze sich für biologischen Landbau ein.

Zuerst hätten die Geschäftsleute auf der Zeil Angst um ihre Umsätze gehabt, inzwischen wissen alle: Man nützt sich gegenseitig, erzählte Wolff. „Wir waren ehrgeizig und trotzig und haben es geschafft, ein Vorreiter zu sein. Ich hoffe auf weitere 30 Jahre, dann allerdings stehen die Jungen an den Ständen“, äußerte Wolff.

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