Zehn Jahre Studiengang Architektur – Visionen fördern den Diskurs

Impulse von Studenten für die Stadt

Tabea Alessandra Wodsack freut sich über einen Fortbildungsgutschein des Bundes Deutscher Architekten, überreicht von Axel Krück (Mitte) und Moritz Kölling. Foto: Faure

Nordend West (jf) – Das Foyer im Gebäude eins der Frankfurt UAS ist eine Landschaft aus Architekturmodellen. An den flexiblen Aufstellwänden rechts und links hängen Zeichnungen und Pläne dazu.

51 Bachelor- und 41 Masterarbeiten im Studiengang Architektur wurden angefertigt, nicht alle können aufgrund des eingeschränkten Raumes gezeigt werden. Carsten Rohde, Studiengangsleiter Architektur, begrüßte zur inzwischen schon traditionellen Veranstaltung Open House und dankte allen Absolventen und Betreuern.

Hochschul-Präsident Frank Dievernich unterstrich in seiner Ansprache: „Zehn Jahre Master-Studium Architektur sind etwas Besonderes. Das ist auch eine Brücke von der Hochschule in die Stadt.“ 2009 entschied sich ein Absolvent für den neuen Studiengang, inzwischen sind es 40 pro Jahr. Zu Frankfurt mit seiner derzeit guten Konjunktur und der wachsenden Einwohnerzahl passe diese Master-Ausbildung gut. „Unsere Studiengänge sind praxisorientiert. So kamen die Entwürfe für den Neubau der Goethe-Universitätsbibliothek von der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS). Eine Masterthesis dieses Jahres beschäftigt sich mit der Konstablerwache. Die Entwicklung der Campusmeile treiben wir mit voran“, stellte Dievernich fest.

Heinrich Lessing, Professor für Entwerfen und Baukonstruktion, stellte einige Abschlussarbeiten vor. So sieht Laura Di Mauro eine Lückenbebauung an der Ecke Röhnstraße/Luxemburgerallee in Bornheim vor und berücksichtigte dabei Wohnen, Gewerbe sowie eine Kita und gestaltete auch die Fassade.

Lorena Schweinhardt entwarf ein Konzept für die Bebauung eines Areals in der Heidelbachstraße gegenüber dem Postgebäude. In einer weiteren Masterthesis ging es um die Konstablerwache. Der zweitgrößte Verkehrsknotenpunkt Frankfurts verdient nicht nur besondere Aufmerksamkeit, sondern stellt die künftigen Architekten mit seinen vier verschiedenen Ebenen auch vor extreme Herausforderungen. Hendrik Dittmar, Nurhayat Yaman und Milan Wicke sowie Raquel Santos Nogueira lösten die Aufgabe auf völlig unterschiedliche, aber stets eindrucksvolle Weise.

Marcus Gwechenberger, seit drei Jahren im Stadtplanungsdezernat tätig, hielt den Festvortrag. Er nannte Zahlen: Seit 2009 zogen 105000 Menschen nach Frankfurt, 90.000 neue Jobs wurden geschaffen, die Zahl der Studierenden verdoppelte sich. Bis 2030 müssen 180.000 neue Wohnungen in der Region und zwischen 70.000 und 90.000 neue Wohnungen in Frankfurt geschaffen werden. Das sind gewaltige Aufgaben. „Wir schätzen die Arbeit der Frankfurt University, fördern das freie Denken“, betonte Gwechenberger. Impulse für die Entwicklung des neuen Stadtteils im Frankfurter Nordwesten und für die Gestaltung des Mainufers seien aus der Hochschule gekommen. Künftig 40 Kilometer neue Radwege resultierten aus einer Masterarbeit. Es gebe über die Campusmeile hinaus die Vision eines „Boulevards der Wissenschaften“.

Zum zehnten Mal wurden Förderpreise vergeben. So überreichte Otto Weber, Vertriebsleiter der Zeitschrift „Wettbewerbe aktuell“ Bachelor Moritz Seiler und Master Daniel Tittiser jeweils ein Zeitschriften-Abo. Axel Krück und Moritz Kölling vom Bund Deutscher Architekten vergaben einen Buchgutschein an Bachelor Josef Schnäbele und einen Fortbildungsgutschein an Master Tabea Alessandra Wodsack. Peter Cachola Schmal, Direktor des Deutschen Architekturmuseum (DAM), überreichte Bücher an die von einer zehnköpfigen studentischen Jury ausgewählten Bachelor-Preisträger Isabelle Kühn und Moritz Seiler und die Master-Preisträger Maryam Naguizade Pekno und Laura Di Mauro. Dann wurde gefeiert.

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