Wundertüte des Lebens

Helge Schneider belustigt Frankfurter Publikum

+
Helge Schneider hat live auf der Bühne der ausverkauften Alten Oper gespielt: Mit seinem neuen Programm „Ordnung muss sein!“ brachte der Komiker das Publikum erfolgreich zum Lachen.

Innenstadt (jdr) – Mit Saxofon betritt er die Bühne. Schelmisch bewegt er sich in seiner typisch verrückten Art an seiner Band vorbei. Er schunkelt gewollt unrhythmisch zu seinem Spiel, heizt damit die Zuschauer schon direkt an.

Das Publikum johlt bereits in der ersten Minute, kaum jemand in der ausverkauften Alten Oper ist nicht am Lachen. Und das, obwohl Helge Schneider noch nicht mal seinen Mund aufgemacht hat. Allein durch seine Gestik, seinen Gesichtsausdruck, wird die Komik seiner Person, seines Auftritts sichtbar. Und dann geht es los: Der Komiker setzt zu seinem ersten Lied an. Dann gibt es erst recht kein Halten mehr. Die Menge lacht sich kaputt und feiert den beliebten Künstler und seine Show „Ordnung muss sein“ mit viel Beifall. Helge Schneider hüpft und springt über die Bühne, wackelt mit dem Kopf und verzieht das Gesicht – immer passend zu der Geschichte, die er gerade als Lied oder Sketch zum Besten gibt. Da geht es um die „Wundertüte des Lebens“, in der am Ende nur ein doofes Plastikauto steckt. Aber dieses ist zumindest aus einem Stück gefertigt: „Man sieht sogar noch die Schweißnaht.“ Die Reifen sind unbeweglich: „Das Auto ist eigentlich total doof.“ Das Publikum ist begeistert von seiner Art, den perfekten Blödsinn vorzutragen.

Weiter geht es um eine Reise ins Ausland und seinen milliardenschweren Sohn: Das hat Schneider angeblich einem Mann an der Bushaltestelle erzählt, nachdem er – am Tag vor seinem Auftritt – am Freitag in Frankfurt angekommen ist. Der andere Mann sei sehr interessiert gewesen, dann aber einfach in den Bus gestiegen und weggefahren. „Naja, die Geschichte war eh nur ausgedacht“, grinst Helge Schneider breit – „Ätsch“. Um einen kleinen Kometen geht es dann im nächsten Lied. „Der kann alles kaputtmachen, auch diesen Ort, wo wir gerade sind“, erklärt der Spaßvogel: „Und dann stehen wir alle im Magma, Magmaaaa, alle im Magmaa“, bereitet er das Publikum singend auf den (nicht) sehr wahrscheinlichen Fall vor, was passieren könnte, wenn ein Komet plötzlich auf der Alten Oper landete.

Kurz vor der Pause klingelt das Telefon: „Ich bin der Telefonmann“ singt Schneider in den Hörer: „Ich geh’ ans Telefon ran.“ Eins seiner Paradestücke!

Der kleine Meisenmann

Nach der Pause geht es um den kleinen Meisenmann, der nichts mehr zu fressen kriegt, weil das Finanzamt ihm im Nacken sitzt – immer begleitet von verschiedenen Instrumenten wie dem Klavier, das der Künstler selbst anstimmt, und seiner dreiköpfigen Band an Kontrabass, Gitarre und Schlagzeug.

Sein Cello benutzt Schneider, um die Geschichte eines Bauern zu erzählen – lautstark untermauert mit Geräuschen, wie dem Knarren einer Tür oder Vogelgezwitscher, die er aus dem Instrument hervorzaubert. Zwischendurch lacht der Komiker immer wieder über sich selbst, improvisiert auch an mancher Stelle, wie es die Fans von Helge Schneider gewohnt sind.

Der mehr als 60 Jahre alte Mann versteht es nach wie vor, seine Zuschauer in einen Rausch zu versetzen, einen Rausch aus Lachanfällen: Er steigt auf eine Leiter, um sich für den Bruchteil einer Sekunde in das Phantom der Oper zu verwandeln und damit den nächsten Lacher zu landen. So geht es den ganzen Abend, bis den Zuschauern die Mundwinkel nach den drei Stunden Programm schmerzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare