Karl Kübel Stiftung verleiht zum dritten Mal Fairwandler-Preis

Haltung zeigen und fair-ändern

Preisträger und Nominierte in der Jugend-Kultur-Kirche St. Peter. Foto: Faure

Innenstadt (jf) – Das passte gut: Am 20. Februar, dem Welttag der sozialen Gerechtigkeit, zeichnete die Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie in der Jugend-Kultur-Kirche Sankt Peter fünf Initiativen aus.

Musikalisch stimmte Marie Diot ein, die fragte, warum man Grenzen der Staaten so gut und Grenzen der Menschen so schlecht schützt. Ihr würde der Eintrag „Erdenbewohner“ im Pass reichen.

Moderator Tobi Kämmerer begrüßte die Gäste: „Alle, die an diesem Abend in die Jugendkirche gekommen sind, haben viele Ideen und Erfahrungen aus einem Auslandsaufenthalt in Ländern des globalen Südens.“ Von 49 Bewerbungen wurden 14 Initiativen aus ganz Deutschland in vier Kategorien nominiert. Die Jury, die sich lieber als Wertschätzer bezeichnet, besteht aus sieben Mitgliedern, fünf von ihnen hielten die Laudationes. Den Preis, eine hölzerne Pyramide mit eingearbeiteter Kugel, übergab die mehrfach ausgezeichnete ehemalige Fußball-Nationalspielerin Nia Künzer.

Matthias Wilkes, Vorsitzender des Stiftungsrates der Karl Kübel Stiftung, würdigte das Engagement der jungen Leute, die sich nach ihren Auslandserfahrungen für soziale Veränderungen in Deutschland einsetzen.

Der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Norbert Barthle, berichtete, dass seit dem Start 2008 rund 38.000 junge Menschen am Programm weltwärts teilnahmen, 2000 Jugendliche aus dem Ausland absolvierten einen Freiwilligendienst in Deutschland.

Per Video stellten sich die Nominierten der ersten Kategorie „FAIRrücken“ (kreativ-künstlerisches Engagement) vor, den Preis erhielt die Plattform „You move“, eine Kampagne der Demokratischen Stimme der Jugend. Öffentlichkeitswirksam machen die jungen Leute mit eindrucksvollen Aktionen auf Widersprüche in der Gesellschaft aufmerksam.

In der Kategorie „FAIRstärken“ (gesellschaftspolitisches Engagement) gab es zwei Preisträger; das Dokumentarfilmprojekt „Die Macht des Visums“ der Kampagne „VisaWie?“ und das „Reisepass-Quartett“, ebenfalls eine Idee von „VisaWie?“.

Das Projekt „ConnAct global“ gewann mit seiner kostenfreien Vernetzungsplattform für Kurzzeitreisende, die mehr als Strand und Sonne wollen, in der Kategorie „FAIRbinden“ (interkulturelles Miteinander).

Das Bildungsprojekt „Walk in my Shoes“ des Vereins Ba Schu siegte in der Kategorie „FAIRlernen“ (Bildung) mit dem Entschluss, in Schulen zu gehen und über Fluchterfahrungen und Ankommen miteinander zu reden.

Jeder der fünf Preisträger freute sich über 2500 Euro und wird künftig mit einem ehrenamtlichen Coaching unterstützt.

Der 1972 gegründete Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie stehen weitere Förderer zur Seite. Die Schirmherrschaft über den zum dritten Mal vergebenen Fairwandler-Preis hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung übernommen. Zu den Botschaftern gehören die Kölner Tatort-Kommissare Dietmar Bär und Klaus J. Behrend, die 1998 den Verein „Tatort – Straßen der Welt“ gründeten.

Mehr über den Fairwandler-Preis unter fairwandler-preis.org.

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