Neue Projektrunde von „Volunteer Rockets“

Geflüchtete gestalten das Angebot

Bei Kochwettbewerben ist Teamwork gefragt. Dann müssen sich die Tandems beweisen. Foto: p

Bockenheim (red) – Die zweite Runde des Integrationsprogramms „Volunteer Rockets“ startet mit 16 Teilnehmern. Geflüchtete und beheimatete Frankfurter entwickeln darin in den nächsten sechs Monaten zusammen eigene Begegnungsformate.

Sie gestalten als „Volunteer Rockets-Tandems“ Integration nach ihren eigenen Vorstellungen. Das Projekt stärkt das ehrenamtliche Engagement von Geflüchteten und fördert gesellschaftliche Teilhabe. Der Verein „Über den Tellerrand Frankfurt“ entwickelte das Konzept als „Ideenwerkstatt“ und setzte es erstmals von März bis August 2019 um.

„Frankfurt zu einem Ort machen, an dem sich Menschen jeder Herkunft wohlfühlen“ – so die Idee von „Volunteer Rockets“. In regelmäßigen Tandemtreffen arbeiten die Teilnehmer an ihrem Ziel, ein eigenes Projekt zu verwirklichen. In Gruppentreffen vernetzen sich die Projekt-Teams zusätzlich miteinander. So entstehen Freundschaften, die die Projektlaufzeit überdauern sollen.

Die Teilnahme befähigt geflüchtete und beheimatete Menschen gleichermaßen dazu, ihr eigenes Lebensumfeld und die Frankfurter Stadtgesellschaft aktiv mitzugestalten. Geflüchtete können im Projekt ihre Talente und Fähigkeiten zeigen und weitergeben. Die Zusammenarbeit im kleinen Team baut sprachliche und kulturelle Hürden zur lokalen Gesellschaft ab.

Die Pilotrunde endete vor zwei Wochen mit einer Abschlussveranstaltung. An dieser nahmen vier Teams aus insgesamt 14 Frankfurtern teil und entwickelten jeweils ein Begegnungsprojekt. Eine Reihe aus Kochwettbewerben und ein Format aus verschiedenen „Sport-Tastings“ sollen auch nach Programmende fortgeführt werden. Eine analoge „Talent-Mosaik-Wand“ wurde in den Vereinsräumen installiert und bringt Bedarfe und Talente in der Community zusammen.

Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main.

„Über den Tellerrand Frankfurt“ ist seit 2015 der erste von über 30 offiziellen Standorten des deutschlandweiten Netzwerkes „Über den Tellerrand“. Das in Berlin gegründete Netzwerk trägt dazu bei, dass die Integration in die Gesellschaft und soziale Teilhabe von Menschen mit Fluchterfahrung gelingt. Das mehrfach ausgezeichnete Integrationskonzept schafft über Kochveranstaltungen und gemeinsame Aktivitäten Räume, die Begegnung und Austausch auf Augenhöhe ermöglichen und Freundschaften zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung fördern.

„Über den Tellerrand Frankfurt“ ist seit 2016 ein eingetragener gemeinnütziger Verein, den über 30 Ehrenamtliche und vier hauptamtliche Mitarbeiter aktiv gestalten. In bereits über 150 Kochveranstaltungen kamen Menschen aus mehr als 20 Herkunftsländern zusammen. Seit 2018 setzt der Verein seine Veranstaltungen in eigenen Räumen in Bockenheim um.

Neben „Volunteer Rockets“ bietet „Über den Tellerrand Frankfurt“ noch weitere Tandemprogramme an. Im Mentoring Programm „Job Buddy“, das auch in Berlin umgesetzt wird, unterstützen beheimatete Arbeitnehmer Geflüchtete bei der Integration in den deutschen Arbeitsmarkt. Das „Family Buddy“-Programm vermittelte und begleitete 2018 in Kooperation mit „Family Playdates“ Freundschaften zwischen Familien mit und ohne Fluchterfahrung. Im Winter 2019 startet „Über den Tellerrand Frankfurt“ das Familienprogramm „Familien an einem Tisch“ mit dem Fokus auf gesunde und nachhaltige Ernährung.

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