Musik mal anders erleben

Zu Gast beim Stadtdekan und in der Bahnhofsmission

Stadtdekan Johannes zu Eltz (von links) empfängt Arne Zeller, Shenzi Liang und Rania Dereka. Foto: p

Altstadt/Bahnhofsviertel (red) – Schon im Treppenhaus tönt den Gästen satter Cello-Klang entgegen. Noch sind die Musiker am Proben.

Dann öffnet sich die Wohnungstür des Jahrhundertwende-Altbaus direkt gegenüber vom Dom und der Stadtdekan Johannes zu Eltz strahlt seinen Gästen ein herzliches Willkommen entgegen. Die katholische Erwachsenenbildung (KEB) lädt zu Konzerten junger Musiker an ungewöhnlichen Orten ein. Die Wohnung des Stadtdekans ist einer davon. Zeitgleich finden Konzerte an der Goethe Uni, dem katholischen Filmwerk und in der Bahnhofsmission am Hauptbahnhof statt.

Die KEB wagt damit den Spagat von der schicken Wohnung, in der Johannes zu Eltz nach eigenen Worten „residieren darf“, hin zur Bahnhofsmission, in der es vielerlei Hilfe für „Gestrandete“ gibt. Beim Stadtdekan gibt es klassische Musik zu hören. Die zwei erst 13 Jahre alten Cellisten Rania Dereka und Arne Zeller werden von dem kaum älteren Pianisten Shenzi Liang begleitet. Die Töne fliegen durch den hohen Raum, das Licht ist gedämpft und in der Luft liegt der Duft von Gebäck. Johannes zu Eltz freut sich über seine Gäste. „Diese festlichen Räume rufen danach, für Musik geöffnet zu werden“, denn so kann er sein Zuhause teilen. Die Besucher kuscheln sich in Sofas und Stühle und lauschen mucksmäuschenstill den jungen Künstlern. Rundherum friedlich ist die Atmosphäre und man fühlt sich privilegiert, hier die jungen Musiktalente erleben zu dürfen.

Am Frankfurter Hauptbahnhof hingegen bahnt man sich zunächst den Weg durch eilige Reisende. Die Bahnhofsmission an Gleis eins ist von außen fast etwas unscheinbar, wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiter hier jährlich 145.000 Kontakte mit Hilfesuchenden haben. Hier ist mit dem Öffnen der Tür das Eintauchen in eine andere Welt noch deutlich frappierender. Die Zuhörer wippen an ihren Stehtischen, manche singen sogar leise mit, alle lächeln. Jazz Thing heißt die Combo, die Songs von Kate Bush bis zu Rio Reiser zum Besten gibt. Die warme Stimme der Sängerin Lena Friedrich nimmt das Publikum in den Bann.

Der Chef der Bahnhofsmission, Carsten Baumann, und sein Team sind es gewohnt, Gastgeber zu sein. 300 Menschen kommen täglich mit den unterschiedlichsten Anliegen zur Mission. Reisende und Obdachlose – alle werden mit ihren Bedürfnissen ernst genommen. An diesem Abend gibt es Snacks, Getränke und Jazz-Pop auf die Ohren.

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