Trauer um Künstler

Fritz Weigle: Mentor des Caricatura Museums gestorben

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Fritz Weigle, Mitbegründer des Caricatura-Museums, ist nach langer Krankheit gestorben.

Altstadt (red) – Der Zeichner, Dichter und Satiriker Fritz Weigle ist am 20. Dezember nach langer Krankheit gestorben.

Bekanntheit erreichte Bernstein durch seine Arbeiten für die Satiremagazine Pardon und Titanic, die Mitbegründung der Neuen Frankfurter Schule und als Professor für Karikatur und Bildgeschichte in Berlin. Geboren wurde er als Fritz Weigle am 4. März 1938 in Göppingen. Nach seinem Abitur 1957 studierte er an der Kunstakademie Stuttgart, wo er Robert Gernhardt kennenlernte. Später wechselte er an die Hochschule der Künste Berlin. Von dort aus nahmen er und Robert Gernhardt die ersten Kontakte zum 1962 gegründeten Satiremagazin Pardon auf. Nach ihrer Abschlussprüfung 1964 wurden sie Teil der Redaktion, zu der bereits Chlodwig Poth, Hans Traxler und F. K. Waechter gehörten.

Bei Pardon war Bernstein zusammen mit Robert Gernhardt und Waechter für die Pardon-Beilage „Welt im Spiegel“, kurz WimS, verantwortlich und kultivierte hier den Nonsens in Text und Bild. Die Gruppe und der drei Autoren Pit Knorr, Eckhard Henscheid und Bernd Eilert, von denen ein Teil 1979 das Satiremagazin Titanic gründete, wurde unter dem Namen Neue Frankfurter Schule bekannt. Mit dem bekannten Tier-Zweizeiler „Die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche!“ verschaffte Bernstein der Neuen Frankfurter Schule ihr Motto und inspirierte Traxler zum Entwurf des Wappentiers. Oliver Maria Schmitt, Schriftsteller und ehemaliger Titanic-Chefredakteur, bescheinigt Bernstein eine Sonderstellung im „Kollegium der Neuen Frankfurter Schule“: „Er ist nicht nur der Einzige, aus dem was Ordentliches geworden ist, sein Werk ist das im Gruppenkreise mit sicherem Abstand Sperrigste und Eigenartigste.“

Neben seiner satirischen Tätigkeit ging Bernstein als Lehrer in den Schuldienst. Später war er Akademischer Rat an der Pädagogischen Hochschule Göttingen und dozierte als Gast an der Hochschule für Bildende Kunst Kassel. Stets war er Förderer und Mentor junger Zeichner.

Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller

1984 führte dies zur Berufung auf die weltweit einzige Professur für Karikatur und Bildgeschichte an der Hochschule der Künste Berlin. Von dort aus arbeitete er freischaffend als Zeichner, Karikaturist und Schriftsteller, etwa für das endgültige Satiremagazin Titanic. Seine Reime und Zeichnungen zeigen eine außerordentliche Vielseitigkeit in Stil und Material. „Er lässt sich gern von seinem Strich entführen, von der Feder in die Ferne tragen. Komik und Kunst machen sich selbstständig – ohne Hinter- oder gar Verwertungsgedanken, manches bleibt erratisch, verschroben, schleierhaft“, sagt Oliver Maria Schmitt über ihn. Bernstein wurde einem breiten Publikum durch seine zahlreichen und unvergesslichen lyrischen und satirischen Werke bekannt. Dazu gehört auch die Gemeinschaftsarbeit mit Robert Gernhardt und Waechter „Die Wahrheit über Arnold Hau“ (1966), „Lehrprobe – Report aus dem Klassenzimmer“, veröffentlicht 1969 unter dem Namen Fritz Weigle, sowie das bis heute für die Gattung einzigartige „Bernsteins Buch der Zeichnerei – Ein Lehr-, Lust-, Sach- und Fach-Buch sondergleichen“ (1989).

Erst jüngst erschien der Gedichtband „Frische Gedichte“ (2017) im Nachtrag zu „Die Gedichte“ (2003). Allein mehr als 3000 Zeichnungen befinden sich im Besitz des Caricatura Museums Frankfurt, für dessen Gründung Bernstein mitverantwortlich war und das er bis zuletzt interessiert begleitete. Seit der Eröffnung 2008 haben seine Zeichnungen einen festen Platz in der Dauerausstellung des Hauses. Bernstein lebte mit seiner Frau in Berlin. Er hat zwei Kinder.

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