30 Jahre Erzeugermarkt an der Konstablerwache

Frisches von Feld und Hof

Markus Frank (Zweiter von rechts) mit Vertretern der HFM, des Ernährungsrats und des Frankfurter Marktvereins an der Konstablerwache, wo immer donnerstags und samstags der Erzeugermarkt stattfindet. Foto: Faure

Innenstadt (jf) – Es gibt so ziemlich alles Essbare an den 53 Marktständen an der Konstablerwache. Mehr als 100 Sorten Wurst beispielsweise. Pilze, Honigprodukte, Fisch, Geflügel, Eier, jede Menge Apfel- und Kartoffelsorten, Obst und Gemüse, Kuchen und Brot direkt vom Bäcker.

Und Wein, Bratwurst, Suppen, Snacks gleich zum Essen. Lecker. Und alles aus der Region.

Vertreter des Frankfurter Marktvereins, der Wirtschaftsförderung, des Ernährungsrats, der Managementgesellschaft für Hafen und Markt (HFM) und Stadtrat Markus Frank hatten am Rand des Donnerstagsmarktes eingeladen: „Starke Frauen und Männer haben vor 30 Jahren die Wochenmärkte in Frankfurt ins Leben gerufen. Die Idee war damals umstritten. Inzwischen ist der Erzeugermarkt an der Konstablerwache einer der beliebtesten in Deutschland“, würdigte Frank, „er ist nicht mehr wegzudenken aus der Stadt.“

Der Markt an der Zeil gehört zu insgesamt 20 dieser Art in Frankfurt. Die Ortsbeiräte wollen in ihren Stadtteilen Wochenmärkte, aber die Anzahl guter Händler sei begrenzt: „Das Geschäft soll authentisch bleiben“, unterstrich der Dezernent, „wir legen Wert auf liebevoll hergerichtete Sachen.“

„Eigentlich“, merkte Michael Lorenz von der HFM an, „feiern wir am 3. Oktober einen Doppelgeburtstag: 30 Jahre Samstagsmarkt und 15 Jahre Donnerstagsmarkt an der Konstablerwache.“ Die vielen bunten Stände bilden Frankfurts größten Markt für Direktvertrieb – das steht nicht bei allen Märkten so im Mittelpunkt. „Das geschäftige Treiben ist bei Menschen aus allen Schichten beliebt“, fügte Lorenz hinzu. Das konnten Besucher auch direkt erleben: In der Marktmitte, wo dicht gedrängt Bänke und Tische stehen, war kaum mehr ein Platz frei.

„Als wir im September 1989 erstmals unsere Stände an der Konstablerwache aufbauten, hatten wir schon mehr als ein Jahr Markterfahrung in Bockenheim“, erzählte Thomas Wolff. Er gehört mit Annegret Grafen zu den Pionieren.

16-Stunden-Tage sind für die Marktleute keine Seltenheit. Und das bei jedem Wetter. Es sei ein schwieriger Weg gewesen, angefangen wurde mit zusammensteckbaren Holzständen. „Wir sehen uns als Erzeuger, nicht als Händler. Und wir machen unsere Arbeit gerne, selbst wenn sie anstrengend ist. Man muss mit ganzem Herzen dabei sein, sonst funktioniert es nicht“, betonte Wolff. Wenn der Donnerstagsmarkt um 8 Uhr beginnt, hat der Obst- und Gemüsebauer schon zweieinhalb Stunden Arbeit in den Knochen.

„Vergessen wir nicht das Handwerk. Auf dem Markt an der Konstablerwache kann man noch gutes Sauerteigbrot vom Bäcker und Ahle Worscht vom Metzger kaufen“, ergänzte Grafen.

Viele der Direktvermarkter sind Familienbetriebe. Schön, wenn es dann von Generation zu Generation weiter geht. Das allerdings funktioniert nicht immer. Doch muss ein Standbetreiber aufgeben, gibt es eine Chance für die Direktvermarkter auf der Warteliste. So ist Christian Engel vom Kastanienhof Trebur an die Konstablerwache gekommen. Mittlerweile besuchen zwei Drittel seiner Kunden den Stand regelmäßig: „Das ist eine schöne Bestätigung für unsere Arbeit, bei der wir auch auf gutes Personal angewiesen sind“, sagte der Landwirt.

Das Motto des Geburtstagsfestes heißt „30 Jahre Regionales für die Stadt“. Der Donnerstagsmarkt wird auf Mittwoch, 2. Oktober, verschoben. Am Feiertag. 3. Oktober, werden dann zwischen zehn und 18 Uhr 30 Stände an der Konstablerwache stehen. Ein Bühnenprogramm und Workshops sind geplant, es wird auch Tiere zum Anschauen geben und natürlich Gastronomie. Details sind im Internet unter www.erzeugermarkt-konstablerwache.de nachlesbar.

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