„Fridays for Future“ in den Ferien

„Die Gutachten zur CO2-Steuer sind Teilerfolg für die Bewegung“

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Sie rufen zum Generalstreik im September auf: Während des Sommerfestes der Goethe-Universität zog die Uni-Gruppierung von „Fridays for Future“ demonstrierend über den Campus.

Frankfurt (red) – Jeden Freitag um zwölf Uhr gehen Schüler und Studenten in Frankfurt auf die Straße: Die „Fridays for Future“-Bewegung setzt sich für eine bessere Umwelt-Politik ein.

Oft wurde den Aktivisten schon vorgeworfen, sie würden nur demonstrieren, um die Schule zu schwänzen. Doch die Schüler beweisen, dass es ihnen nicht darum geht. Auch in den Sommerferien demonstrieren die jungen Leute für eine bessere Klimapolitik. Sie malen Plakate, gestalten Banner, zeigen bildhaft und laut auf, was passiert, wenn nichts gegen den Klimawandel getan wird, wenn sich an der Einstellung der breiten Gesellschaft zur Umwelt nichts ändert.

„Wir sind Schüler und Studierende, die sich nicht mit der aktuellen Umweltpolitik zufriedengeben wollen. Wir sind es satt, dass alte Menschen in Anzügen über unsere Zukunft entscheiden“, ist ihre Devise. Deshalb sagen sie „Youth for the Climate!“, also die Jugend setzt sich für das Klima ein.

Ob auf den Straßen Frankfurts oder auch beim Sommerfest der Goethe-Universität, die Jugend zeigt Präsenz, wenn es um den Klimaschutz geht. Auf dem Campus Westend etwa riefen die Teilnehmer der Bewegung nach dem Goethe-Zitat „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss es auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun“ zum Generalstreik am Freitag, 20. September, auf.

Und der Einsatz der Demonstranten zeigt Wirkung: „Wir als ,Fridays for Future’ freuen uns, dass die Gutachten bei der Festlegung des CO2-Preises die Folgekosten durch die Klimakrise berücksichtigen. Wir weisen seit Monaten auf diese vom Umweltbundesamt errechneten Kosten hin und haben damit die Debatte prägen können. Seit April fordern wir die Einführung einer CO2-Steuer von 180 Euro pro Tonne CO2. Nun sagen die Experten klar: Die Einführung einer CO2-Steuer, die dieses Niveau schrittweise erreicht, ist machbar, effektiv und lässt sich sozial verträglich gestalten. Die Gutachten zeigen auf, dass Geringverdiener – entgegen der Behauptungen einiger Politiker – nicht belastet werden müssen. Auch die Behauptung, dass eine CO2-Steuer kaum Emissionen einspart, wird in den Gutachten deutlich widerlegt. Die Lösungen liegen also auf dem Tisch. Die Bundesregierung hat nun absolut keine Ausreden mehr, diese nicht schnellstmöglich umzusetzen“, sagt der 19-jährige Sebastian Grieme, der im April Teil der Vorstellung der Forderungen von „Fridays for Future“ war.

„Gerne würden wir den Preis von 180 Euro pro Tonne CO2 bereits vor dem Jahr 2030 als Ziel sehen. Zudem ist klar, dass die CO2-Steuer von vielen weiteren Maßnahmen zum Klimaschutz begleitet werden muss, denn nur ein Maßnahmenpaket wird uns auf den Weg des Pariser Klimaabkommens führen. Die CO2-Steuer ist in wirksamer Höhe für effektiven Klimaschutz aber unverzichtbar.

Deswegen sagen wir heute deutlich: Dass diese Gutachten in der Groko angekommen sind, ist ein Teilerfolg für unsere Bewegung. Das Klimakabinett muss die Arbeit der Experten nun schnellstmöglich in ein Gesetz umwandeln – und das ohne Verwässerungen. Nur so kann es die erste unserer sechs notwendigen Forderungen erfüllen. Es bleibt also noch viel Arbeit zu tun.”

Weitere Informationen zur „Fridays for Future“-Bewegung gibt es im Internet unter www.wechange.de.

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