Neue Autorität zieht im Gallus ein

Pädagogisches Konzept im Monikahaus vorgestellt

+
Das Konzept der Neuen Autorität hält nun Einzug in das Monikahaus im Frankfurter Gallus.

Mit der „Neuen Autorität“ zieht ein neues pädagogisches Konzept ins Monikahaus im Gallusviertel ein.

Gallus – Dafür haben die Mitarbeiter verschiedene Schulungen gemacht: Das Familienzentrum Monikahaus mit angrenzender Schule wurde 1901 gegründet, hat die verschiedensten pädagogischen Lehren gesehen. Nun soll die „Neue Autorität“ Einzug in der Schule halten, ein Konzept von Haim Omer und Arist von Schlippe.

„Wir sind qualitativ gut aufgestellt und wollten dieses Großprojekt starten, um zukünftig nachhaltiger arbeiten zu können“, sagt Geschäftsführerin Heike Sienel. Genaueres zum neuen pädagogischen Konzept kann Bruno Körner erklären, der in den vergangenen Monaten die Mitarbeiter des Monikahauses ausgebildet hat: „Es soll keine Autoritätsperson mehr geben, die immun gegen Kritik ist. Einem Pädagogen sollen junge Menschen nach diesem Konzept aus Zustimmung folgen, nicht weil seine Autorität vorgeschrieben ist“, fasst er kurz zusammen.

„Klare Strukturen soll es geben, aber gleichzeitig ein Miteinander.“ Das Konzept halte an mehr und mehr Einrichtungen Einzug und werde schon seit 2002 praktiziert, zuerst für Elterncoachings, mittlerweile auch in größeren Einrichtungen wie dem Monikahaus. „Die Denkweise und Sprache einer Einrichtung organisiert sich bei diesem Konzept um, doch nicht nur in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die gesamte Einrichtung betrifft das“, sagt Körner.

Frankfurt Gallus: Neues pädagogisches Konzept im Monikahaus

Er habe schon eine Einrichtung erlebt, in der es drunter und drüber gegangen sei. Die Atmosphäre war schlecht, Probleme an der Tagesordnung. „Früher hätte man die Probleme bei den Jugendlichen gesucht und geschaut, wer von diesen Probleme macht und womöglich bestraft. Mit der Neuen Autorität hat aber das gesamte Haus reflektiert.“ Die Einrichtungsleitung hätte die Probleme analysiert und isoliert, schließlich die Verantwortung übernommen und gemeinsam mit Mitarbeitern und Jugendlichen Schritt für Schritt an Lösungswegen gearbeitet. „Ein komplettes System hat sich also versöhnt.“

Johanna Kehlig ist Mitarbeiterin in der Ambulanten Hilfe des Monikahauses und kann von ihren ersten Erfahrungen berichten: „Ich war in einer Familie, in der eine Mutter Probleme mit ihrer elfjährigen Tochter hatte. Diese hat viel auf dem Handy gespielt, obwohl sie es nicht durfte“, erzählt sie. „Ich habe dann mit dem neuen Konzept die Methode der Ankündigung ausprobiert. Dabei nehmen Eltern ihrem Kind nicht das Handy weg, sondern schreiben einen Brief, der ihrer Tochter verdeutlicht hat: ‘Wir machen uns Sorgen um dich. Du bist uns wichtig und deswegen wollen wir bestimmtes Verhalten nicht mehr tolerieren, gemeinsam mit dir nach Lösungen suchen.’“ Weiterhin dürfe sich das Kind zu der Situation äußern. „Die Absicht ist nach dem neuen Konzept nicht die Bestrafung, sondern die Unterstützung“, sagt Kehlig. Heike Sienel ergänzt: „Es gibt wenige Einrichtungen, die das in der Intensität umsetzen, wie wir das tun. Wir haben nicht nur pädagogische Fachkräfte ausgebildet, sondern auch Küchen-, Technik- und Verwaltungsmitarbeiter.“ Man wolle sich die Zeit nehmen, die Neue Autorität in allen Bereichen umzusetzen und die Arbeit stärker reflektieren.

(nma)

Gerade hat das Umweltamt drei neue Kastenwagen für die Abwasserüberwachung angeschafft: E-Fahrzeuge. Insgesamt 100. 000 Euro investiert das Amt in den Fuhrpark der Mitarbeiter, die das städtische Kanalnetz nach illegalen Einleitungen untersuchen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare