Unsicherheit

Corona-Krise: Restaurant- und Barbesitzer verzeichnen Umsatzeinbußen

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Leere herrscht am Offenbacher Wilhelmsplatz. Ähnlich sieht es auf Frankfurts Fressmeilen aus.

Das Coronavirus macht auch den Gastronomen in Frankfurt und Offenbach schwer zu schaffen. Immer mehr Gäste stornieren schon reservierte Tische und die Laufkundschaft bleibt aus.

Frankfurt/Offenbach – Die Gastronomiebranche in Frankfurt und Offenbach spürt erste Auswirkungen der Corona-Krise. „In diesen Tagen wägen die Menschen in Frankfurt genau ab, welche Freizeitaktivitäten sie wahrnehmen möchten“, sagt Madjid Djamegari, Vorstandsvorsitzender der Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) und fügt hinzu: „Ja, wir können sagen, dass unsere Mitglieder signifikante Umsatzeinbrüche verzeichnen.“

Zugleich will die Initiative Maßnahmen entwickeln, die greifen sollen, wenn ein IGF-Betrieb wegen eines bewiesenen Corona-Falls oder aufgrund von behördlichen Auflagen schließen muss. „Die IGF muss jetzt zusammenhalten und wir müssen uns gegenseitig unterstützen.“ Die derzeitige Lage ist für die Gastronomen nicht leicht: Messen werden abgesagt oder verschoben, Unternehmen stornieren Tische in den Restaurants, die Laufkundschaft ist verunsichert. „Wir gehen davon aus, dass unsere Branche mit den Folgen von Corona noch lange zu kämpfen haben wird.“ Die Welle, sagt Djamegari, könnte ihren Höhepunkt Mitte April erreicht haben. „Wir können nur hoffen, dass sich die Situation beruhigen wird.“

Auch in Offenbach kämpfen die Gastwirte mit der Ausnahmesituation. Gerade am Wilhelmsplatz, dem Ausgeh-Hotspot der Stadt, sind zur Zeit auffällig weniger Menschen unterwegs. „Die Situation ist mittlerweile wirklich prekär“, sagt Youssef El Machit, Inhaber des Restaurants Tafelspitz und Teil der Gastronomengemeinschaft „Die Gastrokinner vom Wilhelmsplatz“. „Wir haben sehr viele Absagen. Gerade vor ein paar Tagen hat wieder eine ganze Messegesellschaft wegen Corona abgesagt.“ Während die Gastronomen die geringe Gästezahl noch irgendwie kompensieren können, wäre eine durch Quarantäne lahmgelegte Belegschaft der wirtschaftliche Supergau. „Ich habe hier 28 Angestellte, denen ich den Lohn zahlen muss“, sagt Youssef El Machit. „Wenn da keine Einnahmen kommen, ist das ganz schnell eine wirklich ernste Situation.“

Frankfurt/Offenbach: Restaurant- und Barbesitzer verzeichnen Umsatzeinbrüche

Für Unsicherheit sorgt auch die Situation in Sachen Betriebshaftpflichtversicherung. „Unsere Betriebe sind im Grunde gegen genau so eine Situation versichert“, sagt El Machit. „Aber wenn jetzt plötzlich tausende Betriebe gleichzeitig reguliert werden müssen, kommt der Versicherer ja an seine Grenzen.“ Er und seine Kollegen wissen zur Zeit nicht, wie und ob ein möglicher Schaden wirklich reguliert wird.

Gerade hat der Bund ein Rettungspaket geschnürt, um Unternehmen und Branchen, die besonders stark vom Coronavirus betroffen sind, unter die Arme zu greifen. Aber: „Wir glauben nicht, dass das ausreichen wird, um insbesondere kleinere Betriebe vor der existenziellen Bedrohung zu schützen“, sagt IGF-Chef Madjid Djamegari. Es brauche schnelle und unbürokratische Maßnahmen: „Wir fordern gerade in dieser schwierigen Zeit, den Steuersatz für Gastronomiebetriebe endlich auf sieben Prozent zu senken.“

Innerhalb der IGF gibt es ebenfalls Ansätze, wie sich die Betriebe untereinander helfen können. Djamegari:. „Sicherlich wird niemand von uns in der Lage sein, den Betrieb eines anderen kurzzeitig zu übernehmen, aber im Falle einer Schließung können wir beispielsweise dafür sorgen, dass bestellte Waren von einem anderen IGF-Mitglied angenommen und gelagert werden. Der Wirt erspart sich dadurch weitere Verluste.“

(rz/red)

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