Angebot in Frankfurt überzeugt Fahrgäste: 7000 pro Wochenende

OB fordert Ausweitung des Nachtverkehrs auf Donnerstage

Sprachen im Magistratssaal über das Nachtfahrangebot (von links): Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, Oberbürgermeister Peter Feldmann und Traffiq-Geschäftsführer Tom Reinhold. Foto: Stadt Frankfurt/p

Frankfurt (red) – „Unsere Frankfurter Nachtlinien sind ein Erfolg. Die nachfragestärksten Linien sind dabei die U-Bahn-Linien U4 und U8.

Da Traffiq auf ihnen auch schon im Januar 2018 Zählungen durchgeführt hatte, zeigen sie auch besonders deutlich den Zuwachs an Fahrgästen: Bei der U8 stiegen die Zahlen etwa von 674 auf 1415 Fahrgäste an – im Vergleich Januar 2018 zu Mai/Juni 2019. Vor diesem Hintergrund ist meine Forderung: Weiten wir den Nachtverkehr auch auf die Donnerstage aus. Auch wenn dieser Schritt nicht sofort kommt, es ist der richtige Weg und die richtige Konsequenz aus dem hervorragenden Ergebnis“, sagte OB Peter Feldmann jüngst bei einer Konferenz. Der Frankfurter Oberbürgermeister, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des RMV ist, betont zudem, „dass die Kooperation zwischen Stadt und RMV sehr gut funktioniert. Dadurch wachsen die Region und Frankfurt noch enger zusammen. Zugleich leisten wir einen Beitrag zur Sicherheit, denn nach einer Partynacht sind Busse und Bahnen die beste Alternative zum Auto und ein Beitrag für eine klimafreundliche Region. “.

„Einer der attraktivsten Nachtverkehre Deutschlands überzeugt die Fahrgäste“, kann der Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zustimmend feststellen. „Mehr als 7000 Fahrgäste nutzen unsere Nachtlinien pro Wochenende – das ist ein Zuwachs von mehr als 20 Prozent!“ Der Dezernent sieht diese Entwicklung als Beleg, dass sich die Menschen durch die Angebote zum Umsteigen auf die umweltfreundlichen Busse und Bahnen überzeugen lassen.

Die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq hatte an mehreren Wochenenden im Mai und Juni auf den Frankfurter Nachtlinien Fahrgastzählungen und -befragungen durchgeführt. Die Ergebnisse konnte Geschäftsführer Tom Reinhold jetzt vorstellen: „Neben der deutlichen Steigerung der Fahrgastzahlen fallen zwei Aspekte besonders auf“, befindet Reinhold: „Das Informationsmedium erster Wahl für die Nachtverkehrsnutzer ist die RMV-Fahrplan-App. Und, das freut uns besonders, viele Fahrgäste entscheiden sich für unser Angebot aufgrund der Hinweise von Freunden oder Bekannten. Das ist für mich immer die beste Produktwerbung, die man sich wünschen kann.“ Denn auf die Frage, woher sie vom Nachtangebot erfahren haben, verweisen 30 Prozent der Fahrgäste auf die RMV-App. Weitere 22 Prozent nennen hier Freunde oder Bekannte, gefolgt von Internet (13 Prozent) und – analog bleibt wichtig – den Aushängen an den Haltestellen (15 Prozent).

Traffiq sieht sich insofern bestätigt, bei der Kommunikation gezielt auf die digitalen Medien gesetzt zu haben. Denn damit ist die eher jugendliche Nutzergruppe am besten zu erreichen. Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen stellt im Nachtverkehr fast die Hälfte der Nutzer (46 Prozent), während sie im Gesamtmix gerade mal auf 19 Prozent kommen. „Mit dem Nachtverkehr sprechen wir also gezielt unsere Kunden der Zukunft an“, stellt der Geschäftsführer fest. Ältere Fahrgäste sind mit dem Nachtverkehr erwartungsgemäß deutlich weniger unterwegs.

Deutlich macht die Befragung auch, wie stark gerade am Wochenende die Nachtlinien für den Freizeitverkehr genutzt werden. Als Fahrtzwecke haben die Befragten fast ausschließlich Freizeit oder Arbeit genannt. Mit 89 Prozent dominieren Freizeitfahrten ganz eindeutig. Im Tagesverkehr kommt diese Gruppe „nur“ auf 34 Prozent. „Diese Ergebnisse zeigen, welche Potenziale noch im Freizeitverkehr liegen, also zu Zeiten, wo in Bussen und Bahnen noch freie Kapazitäten zur Verfügung stehen“, interpretiert Klaus Oesterling die Zahlen.

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