Industriebrache soll künftig wieder genutzt werden

Europaviertel: Ehemaliges Teves-Gelände wird freigeräumt

Michael Fenzl (von links), Albert Mihm, Jan Schneider und Joachim Stabler auf dem ehemaligen Teves-Gelände. Foto: Stadt Frankfurt/Dezernat 5/p

Gallus (red) – Mit dem Abbruch der Gebäude auf dem ehemaligen Teves-Gelände an der Rebstöcker Straße werden die Voraussetzungen geschaffen, um ein wichtiges Entwicklungsareal im Gallus nutzbar zu machen.

In den kommenden Monaten werden im Auftrag des Amtes für Bau und Immobilien (ABI) die seit vielen Jahren leer stehenden Hallen auf dem östlichen Teil des früheren Werksgeländes abgetragen. „Leider steht das städtische Grundstück wegen der Altlasten-Problematik derzeit noch nicht für eine neue Bebauung zur Verfügung“, sagte Jan Schneider, Dezernent für Bau und Immobilien. „Wir haben aber im wachsenden Stadtteil Gallus großen Bedarf an Entwicklungsflächen. Mit dem Abbruch und der anschließenden Sanierung machen wir eine Industriebrache wieder nutzbar. “.

Welche konkrete Nutzung für das 12.700 Quadratmeter große Grundstück östlich des Bahndamms in Frage kommt, steht noch nicht fest und hängt vom Ergebnis der Altlastenuntersuchungen ab. Klar ist, dass die ehemalige Werksstraße zu einer öffentlichen Straße wird, über die das geplante Wohngebiet auf dem ehemaligen Avaya-Gelände westlich des Bahndamms von der Rebstöcker Straße aus erschlossen wird.

Der Abbruch der Gebäude ist sehr aufwendig, da auch schadstoffhaltige Bauteile zu entsorgen und einige Dächer bereits eingestürzt sind. Mitte des Jahres sollen die rund 2,4 Millionen Euro teuren Arbeiten abgeschlossen sein. Ab dem zweiten Quartal wird der Baugrund mit Bohrungen in Hinblick auf die dort vermuteten Altlasten (Chlorkohlenwasserstoffe) untersucht. Auf dieser Basis wird in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium Darmstadt ein Sanierungskonzept erstellt. Die Kosten für die Altlastensanierung trägt der Rechtsnachfolger des Verursachers. Vor einer Entwicklung müssen außerdem die auf dem Grundstück lebenden Mauereidechsen umgesiedelt werden. „Wir haben es hier mit einem nicht ganz einfachen Projekt zu tun“, sagte Schneider. „Da aber in Frankfurt Grundstücke für Schulen und Wohnungen, aber auch für Gewerbe fehlen, lohnt sich der Aufwand.“

Zum Hintergrund: Die 1906 gegründete Alfred Teves GmbH (ATE) errichtete das Werk in den 30er-Jahren. Es wurden Teile für die wachsende Automobilindustrie produziert. 1967 wurde das Unternehmen an die amerikanische Firma ITT Industries verkauft. Das Grundstück im Gallus, auf dem sich das Hauptwerk befand, erwarb 1969 die Stadt Frankfurt. Es wurde vom Verkäufer bis in die 90er-Jahre genutzt. 1998 wurde die Brake-and-Chassis-Gruppe der ITT von Continental übernommen und in die Continental Teves AG überführt, die damit auch verantwortlich für die Sanierung der Altlasten auf dem Gelände ist. 2005 mietete die Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft den westlichen Teil der ehemaligen Teves-Werke und entwickelte dort ein soziokulturelles Zentrum. Die Gebäude im östlichen Teil waren zum Teil vermietet, mussten aber aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare