Erinnerung an Flersheim-Sichel-Stiftung

Ein Denkmal für das

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Chava Sella, Ortvorsteher Friedrich Hesse, Kultur-Dezernentin Ina Hartwig, Cornelia Maimon-Levi, Gemeinderatsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Frankfurter Bürgerin Till Lieberz-Groß und Rabbiner Avichai Apel an dem neuen Denkmal für das ehemalige jüdische Kinderheim. Foto: Heike Lyding/p

Dornbusch (red) – Kulturdezernentin Ina Hartwig und der Vorsteher des Ortsbeirats neun, Friedrich Hesse, haben am vergangenen Mittwoch in Anwesenheit von Vertretern der Jüdischen Gemeinde und geladenen Gästen ein neu geschaffenes Denkmal der Öffentlichkeit im Stadtteil Dornbusch übergeben.

Es erinnert an das jüdische Kinderheim der Flersheim-Sichel-Stiftung, das sich von 1930 bis 1941 in der Ebersheimstraße befand. .

„Das Heim bot jüdischen Kindern zeitweise ein Stück Sicherheit vor der nationalsozialistischen Verfolgung. Viele von ihnen konnten von hier mit den rettenden Kindertransporten nach Großbritannien fliehen. Etwa 80 Menschen – Kinder und Heimpersonal – wurden in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Mit dem Denkmal enthüllen wir heute ein sichtbares und bleibendes Zeichen der Erinnerung an sie alle“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig.

Das Denkmal, ein Serpentinstein mit bronzener Platte, steht auf einer Grünfläche nahe des historischen Bauwerks, das bis heute existiert. Die Inschrift der Platte erläutert seine Geschichte und soll das mahnende Gedenken an das Kinderheim und die mit ihm verknüpften Opfer der Shoah im Dornbusch verankern. Das Denkmal geht zurück auf eine Initiative von Uri Sella, eines der geretteten Kinder, des Ortsbeirates neun sowie die tatkräftige Unterstützung der engagierten Frankfurter Bürgerin Till Lieberz-Groß.

Anlässlich der Enthüllung sprachen neben der Kulturdezernentin auch Ortsvorsteher Friedrich Hesse und die Gemeinderatsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Cornelia Maimon-Levi sowie Rabbiner Avichai Apel. Stellvertretend für den inzwischen verstorbenen Uri Sella reiste seine Witwe Chava Sella aus Israel an und eröffnete die Veranstaltung als Ehrengast. Ortsvorsteher Hesse sagte anlässlich der Enthüllung des Denkmals: „Der Ortsbeirat neun forderte den Magistrat in einem Antrag vom Februar 2018 auf, in unmittelbarer Nähe zu dem Haus in der Ebersheimstraße einen Gedenkort zu schaffen, ganz wie es der Wunsch des verstorbenen Uri Sella war. Dieser Gedenkstein ist ein Denkmal, ein Mahnmal für die ermordeten Kinder der Flersheim-Sichel-Stiftung, aber auch eine weitere Erinnerung an das rege jüdische Leben in unserem Stadtteil.“

Cornelia Maimon-Levi, Gemeinderatsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde sagte: „Erinnerung hat im Judentum einen hohen Stellenwert, sie ist eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Deswegen ist der Gedenkstein für die jüdischen Kinder der Flersheim-Sichel-Stiftung, hier an diesem authentischen Ort, wo sie für kurze Zeit Zuflucht vor der Verfolgung gefunden hatten, bevor sie deportiert und ermordet wurden, eine anerkennenswerte Initiative.“

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