Zentrale Kontaktstelle für Schulgemeinden gefordert

OB empfängt Stadtschülerrat

Oberbürgermeister Peter Feldmann (Mitte) mit Vertretern des Stadtschülerrats und Stadtschulsprecher Paul Harder (links). Foto: Stadt Frankfurt/p

Frankfurt (red) – Um sich über die mehrwöchige coronabedingte Unterrichtspause, das Anlaufen des Schulbetriebs nach den Osterferien und die Perspektive nach den Sommerferien zu informieren, hat sich Oberbürgermeister Peter Feldmann mit Vertretern des Stadtschülerrates (SSR) getroffen.

„Ich habe bei meiner Tochter mitbekommen, dass es gerade für unsere Grundschüler nicht lustig zugegangen ist. Ich werde die Gesichter vieler Kinder nicht vergessen, als sie gehört haben, dass sie wegen einer inzwischen zurückgezogenen Klage zunächst nicht zurück in die Schule durften“, sagte Feldmann und bat die anwesenden SSR-Delegierten, ihm ihre Erfahrungen zu schildern. .

Der stellvertretende SSR-Vorsitzende Magnus Welkerling hat im März unter sehr speziellen Bedingungen seine Abiturprüfungen abgelegt. „Freitags wurde uns in einer Mathestunde angekündigt, dass dies vielleicht die letzte Stunde vorm Abi sein könnte. Das war zwei Wochen vor Beginn der schriftlichen Prüfungen“, berichtete Welkerling. In dieser Zeit habe er fokussiert lernen können. Die sonst übliche individuelle Förderung sei aber komplett entfallen. „Der Online-Unterricht war ebenfalls mehr als notdürftig“, erzählte der Abiturient. Dies habe zum einen daran gelegen, dass Schüler sowie Lehrer über sehr unterschiedliche technische Voraussetzungen verfügen. Auch sei etwa Mathematik-Unterricht per E-Mail ein eher ungeeignetes Format. Die Prüfungssituation selbst hat Welkerling als „etwas befremdlich“ empfunden: „Unser Kurs wurde auf verschiedene Räume aufgeteilt. Ich habe selbst zwei Klausuren in der Turnhalle geschrieben.“ Den Ablauf der Prüfungen beschrieb Welkering als professionell und geordnet. Allerdings fand er es schade, dass die traditionelle Abiturfeier im Grüneburgpark entfallen musste.

Stadtschülersprecher Paul Harder hält es für ratsam, dass sich Lehrer über die Sommerferien in Sachen Digitalisierung fortbilden. Er ist der Überzeugung, dass es nicht zu unnötigen Risiken kommen sollte. Harder rät dazu, im Falle einer wieder aufkommenden Corona-Welle die Schulpflicht auszusetzen und Eltern sowie Kindern übergangsweise die Entscheidungsfreiheit über den Schulbesuch zu gewähren.

Um bestehende Prozesse zu optimieren und die Schulen bei der Einhaltung der Hygienemaßnahmen zu unterstützen, fordert der Stadtschülerrat die Einrichtung einer zentralen Kontaktstelle im zuständigen Amt für Immobilien, an die sich die Schulgemeinden, auch die Schülervertretungen, direkt wenden können. Der Oberbürgermeister sagte zu, den Baudezernenten dazu aufzufordern.

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