Egal, wer du bist – steh auf!

Dritte Auflage von „High Life“ im Gallus Theater

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Kosta hat den Text zu seinem Song „Echte Freunde“ selbst geschrieben – auf der Bühne singt er gemeinsam mit den Studentinnen.

Gallus (jf) – Im Foyer des Gallus Theaters war jüngst die Ausstellung zur dritten Auflage des Projekts „High Life“ zu sehen, groß- und kleinformatige Bilder, Fotografien, eine Autostation: Über die Leinwand lief ein Making Of des Projekts.

2015 hatte die Dozentin Ulrike Pfeifer von der Frankfurt University of Applied Sciences, Fachbereich Soziale Arbeit, mit einem Team die Idee, kulturelle Projekte in der Suchthilfe durchzuführen. Im vergangenen Jahr arbeiteten 20 Studierende mit rund 70 aktiven und ehemaligen Drogennutzern aus sieben Einrichtungen in 22 kleineren Projekten an Songs, Texten, Theaterszenen, Videos und bildnerischer Darstellung. Auch Porto MC, der Rapper mit portugiesischen Wurzeln, der bereits beim ersten Auftritt 2016 mit dabei war, kam zum dritten Mal ins ausverkaufte Gallus Theater: „Ich bin clean, das habe ich geschafft. Mit meinen Songs kann ich den Leuten etwas mitgeben. Das Projekt hat mir geholfen“, sagte er. Später eröffnet er die Show, in der sich die Künstler und die Studierenden in zwölf Acts präsentierten. „Faxen satt“ heißt Porto MCs Rap. Julian forderte anschließend „Steh auf“, Gina beeindruckte in „Fliegen lernen“ mit leiseren Tönen. In einer szenischen Lesung berichteten drei junge Frauen von Suchterfahrungen, Deals und viel Geld sowie tiefen Abstürzen. Am Ende schafften sie es alle, die Finger von den Drogen zu lassen.

Die fünfköpfige Band „Morpheus Finest“ rockte anschließend den Saal. Ein Trickfilm setzte den Schlusspunkt unter den ersten Teil der Show. Eine bewegende Geschichte über Liebe, Vertrauen und Verrat hatten Luke, Jacky, Liebi und Sué geschrieben. Jonas, Jonathan, Marcel K. und Marcel W., Nils und Tim spielten eine satirische Szene zum Thema Arbeitsamt und Beamtentätigkeit. „Ch!Bo“ trat mit dem Song „Egal, wer du bist“ auf. Anschließend bedankte er sich bei seiner im Publikum zuhörenden Familie dafür, dass sie in schweren Zeiten zu ihm gestanden hat. Seiner Freundin rief er von der Bühne aus zu: „Ich liebe dich!“ Der Saal tobte und klatschte.

Ein Video-Interview mit Studierenden folgte. „Wir haben gelernt, den aktiven oder ehemaligen Drogennutzern vorurteilsfrei zu begegnen. Es sind Menschen wie wir“, sagen sie. Es sei für beide Seiten bereichernd gewesen, jeder habe etwas gelernt. Als Kosta „Echte Freunde“ sang, stimmte der ganze Saal mit ein, „A.T.N.“ brachte zum Schluss mit „High of Life“ das Gallus Theater endgültig zum Kochen.

Die Studierenden der University haben mit den Einrichtungen Integrative Drogenhilfe, Malteser Suchthilfe, Jugendberatung und Jugendhilfe, Eastside, FriedA24, Bildungszentrum Hermann Hesse, Therapeutische Einrichtung Eppenhain, Substitutionsambulanz Grüne Straße, Tagesstätte Bahnweg und Basis zusammengearbeitet und wurden von den Malteser Werken finanziell unterstützt. „High Life“ wird fortgesetzt – und das ist gut.

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