Internationales Theater Frankfurt zeigt Stück über Bruderliebe

Mc Donaghs „The Pillowman“ entzückt Fans der Schauerliteratur

In Pillowman geht´s um viele Grausamkeiten, tiefschwarzen Humor, aber auch um echte Bruderliebe, die keine Tabus kennt. Hier: Michael Kinzer als Katurian und Jacqueline Teegarden als Michal. Fotos: Veranstalter/p

Ostend (oh) – Das Internationale Theater Frankfurt zeigt aktuell Martin Mc Donaghs The Pillowman in englischer Sprache. Die Premiere des Stückes war am vergangenen Mittwoch.

Wer es noch spontan sehen will: Am morgigen Donnerstag wird es im Internationalen Theater Frankfurt, Hanauer Landstraße 5-7, ab 20 Uhr das letzte Mal aufgeführt. Kartenvorverkauf läuft über www. internationales-theater. de oder an der Abendkasse für 25,20 Euro.

Das Stück handelt vom Schriftsteller Katurian K. Katurian, der auf einer Polizeistation in einem fiktiven totalitären Regime von zwei Polizisten verhört wird. Er wurde zusammen mit seinem zurückgebliebenen, geistig behinderten Bruder verhaftetet. Brutal wird er von der skrupellosen Beamtin und dem Beamten gefoltert.

Die beiden halten dem Kurzgeschichtenautor seine Erzählungen vor, in denen regelmäßig Kinder misshandelt und zum Teil auf äußerst grausame Art umgebracht werden. Im Laufe des Stückes stellt sich heraus, dass aktuelle Morde genau nach dem Muster seiner Geschichten begangen wurden. Happchenweise erfährt der Zuschauer von den Kindheitserlebnissen Katurians und seines Bruders. Aber auch in die schwarze Vergangenheit der Polizeibeamten taucht die Geschichte ein.

The Pillowman wurde 2005 am Broadway aufgeführt und gewann Tony-Awards für Schauspiel und Bühnenbild. Zudem wurde es mit dem Olivier Award für das beste Theaterstück 2004 ausgezeichnet. Es erzählt eine eindringliche Geschichte, die die Frage aufwirft, was der Mensch zu überleben bereit ist. Kafka, die Gebrüder Grimm und Dr. Hoffman haben dieses nervenaufreibende, groteske und äußerst mutige Stück stark beeinflusst.

Die Produktion von Martin Mc Donaghs schauriger schwarzer Komödie, unter der Regie von PJ Escobio und mit einem internationalen Ensemble von vier Schauspielern, schafft es von Anfang, an den Zuschauer in den Bann zu ziehen. In einem eher spärlich gehaltenen Bühnenbild, gelingt es dem Ensemble, mehrere Dramen menschlicher Abgründe hervorragend darzustellen. In Pillowman geht’s um viele Grausamkeiten, tiefschwarzen Humor, aber auch um echte Bruderliebe, die keine Tabus kennt.

Vor allem die Rolle des kleinen behinderten Bruders wird grandios dargestellt. Zwischen herzhaftem Lachen und angewidertem Nasenrümpfen ist es für den Zuschauer oft nur ein schmaler Grad. Wer Horror- und Schauerliteratur liebt und die Vielfalt der menschlichen Psychologie faszinierend findet, sollte sich das Stück nicht entgehen lassen. Es ist intensiv, beklemmend und mit grellen bunten Lichteffekten auch lichttechnisch hervorragend umgesetzt worden.

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