Frankfurter im Finale zur Wahl zum Mr. Gay Germany 2020

Christian Gaa setzt sich für eine Änderung des Grundgesetzes ein

Christian Gaa setzt sich bei der Wahl des Mr. Gay Germany 2020 für eine Änderung des Grundgesetztes ein. Foto: p

Frankfurt (red) – Seit 13. Oktober steht es fest: Christian Gaa, schwuler Aktivist des Bündnisses „Akzeptanz & Vielfalt Frankfurt“, ist Finalist für die Wahl des Mr. Gay Germany 2020.

Ein Contest, der jährlich einen neuen Repräsentanten für die schwule Community Deutschlands wählt (das Frankfurter WochenBlatt berichtete). Nun heißt es für Gaa sowie für alle sieben Finalisten, mit einer eigenen Kampagne die Öffentlichkeit sowie die Jury am 14. Dezember im Finale in Köln zu überzeugen.

Gaa hat hierbei das Grundgesetz im Blick. „Artikel drei unseres Grundgesetzes schützt leider noch immer nicht alle Menschen vor Diskriminierung und Ausgrenzung. Menschen können noch immer aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität bevorzugt oder benachteiligt werden, ohne dass unsere Verfassung dagegen ihre Stimme erhebt. Die steigenden Zahlen an Gewaltdelikten gegenüber queeren Menschen und die noch immer existente Diskriminierung im Gesetz, wie im Bereich Adoption oder Blutspenden, zeigen auf, wie notwendig die Ergänzung des Grundgesetzes Artikel drei um sexuelle und geschlechtliche Identität ist“, sagt Gaa. Homofeindlichkeit bis hin zu Gewalt erfuhr Gaa bereits selbst mehrmals, zuletzt dieses Jahr am Tag des Berliner Christopher Street Days: Schwulenfeindliche Sprüche und zwei Schläge ins Gesicht. „Wir leben in einer Zeit, in der Populisten uns alle gegeneinander aufhetzen, uns spalten und so schwach machen wollen. In solchen Zeiten gilt es, dass wir alle zusammenzustehen und dazu gehört auch eine Verfassung, die alle Menschen schützen möchte“, sagt Christian Gaa.

Die Ergänzung des Grundgesetzes solle nicht irgendwann geschehen, sondern seiner Meinung nach bis Ende 2020. „Für eine Änderung des Grundgesetzes benötigen wir eine Zweidrittel-Mehrheit im Parlament. Die Bundestagswahlen im Oktober 2021 könnten eventuell Verhältnisse schaffen, die solche Mehrheiten unwahrscheinlich machen. Entsprechend ist die Forderung der Kampagne, bis Ende 2020 den Artikel drei des Grundgesetzes um sexuelle und geschlechtliche Identität ergänzt zu haben. Dies geht aber nur, wenn wir alle gemeinsam dafür eintreten und auf die Straße gehen“, sagt Gaa.

Seine Kampagne soll in den kommenden Monaten gemeinsam mit Organisationen für LSBTIQ (lesbische, schwule, bisexuelle, trans, inter und queere Menschen) Rechte erarbeiten und 2020 realisiert werden.

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