Antworten auf Fragen aller Art

Bürgerberatung zurück im Herzen der Stadt

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Bei der Eröffnung der Bürgerberatung in der Altstadt: Ursula Kullmann, Hagen Blatt, Denise Scharrer und Leiterin Brigitte Schammler schauen freudig in die Zukunft.

Altstadt (red) – Wo finde ich die besten Radrouten in Frankfurt? Welche Ausstellung läuft gerade im Städel und wo kann ich mich über die Müllentsorgung in Frankfurt informieren?

Frei nach dem Motto „dumme Fragen gibt es nicht“ ist die Bürgerberatung – von nun an in der neuen Altstadt – die zentrale Anlaufstelle für alle Frankfurter, denen ein Fragezeichen über dem Kopf schwebt. Auch wer neu in der Mainmetropole ist, kann sich hier mit einem speziellen Angebot den besten Überblick verschaffen. Die Mitarbeiter sind Frankfurt-Experten und haben es sich zur Aufgabe gemacht, ihr Wissen weiterzugeben. „Nicht jede Frage ist gleich eindeutig. Die Kunst liegt darin, sie im Gespräch richtig einzuordnen“, erklärt die Leiterin der Bürgerberatung Brigitte Schammler, die im Hintergrund die Fäden zieht und die Arbeit ihres dreiköpfigen Teams, bestehend aus Denise Scharrer, Hagen Blatt und Ursula Kullmann, koordiniert. „Wir verstehen uns als Lotse der Stadtverwaltung.“

Alles begann am 26. August 1969 mit dem Römertelefon: Auf Band konnten Bürger sämtliche Fragen rund um die städtische Verwaltung hinterlassen. Binnen einer Frist von zehn Tagen erfolgt der Rückruf oder eine schriftliche Auskunft. Der Service zur Weitervermittlung von Bürgeranfragen an Ämter und Dezernate innerhalb der Stadtverwaltung ist in dieser Form einer der ersten in ganz Deutschland.

Von 1972 an ist auch die Kommunikation mit direktem persönlichen Kontakt möglich: Direkt am Römerberg angesiedelt und im Stile eines Weltraumschiffs mit gläsernen Flügeltüren ausgefallen ausgestattet, öffnet die „Auskunftsstelle Römer“ ihre Türen. Ein Pfeil im Schaufenster der Servicestelle weist von außen blinkend darauf hin, wenn ein Anruf beim Bürgerservice eintrifft.

1995 wird das Frankfurt Forum ins Leben gerufen, in dem sich Bürgerberatung und Werkstattladen, eine Kooperation der Praunheimer Werkstätten und des Frankfurter Vereins für Soziale Heimstätten, die Räume am Römerberg teilen. 2014 gibt die Bürgerberatung das Römertelefon an die Behördennummer 115 ab und wechselt organisatorisch vom damaligen Presse- und Informationsamt ins Bürgeramt, Statistik und Wahlen.

Persönlicher Austausch in digitalisierter Welt

Aufgrund eines auslaufenden Mietvertrags muss die Bürgerberatung zwei Jahre später den Römerberg nach 44 Jahren verlassen und findet einen vorübergehenden Standort im zentralen Bürgeramt an der Zeil. Vergangenen Donnerstag war es aber dann so weit: Nach intensiven Vorplanungen ist die Bürgerberatung zurück im Herzen von Frankfurt, genauer im „Goldenen Lämmchen“ in der neuen Altstadt.

Auch in Zeiten der Digitalisierung, in denen Antworten im Netz oft nur einen Mausklick entfernt scheinen, ziehen viele Frankfurter und Besucher den persönlichen Austausch vor. „Gerade wenn es darum geht, sich über Ausstellungen oder Veranstaltungen im Kulturprogramm zu informieren, halten die Leute gerne aktuelle Flyer oder Broschüren in der Hand, die sie bei uns garantiert finden“, versichert Schammler. „Vor dem Hintergrund des online vorherrschenden Überangebots an Informationen übernehmen wir auch eine filternde Funktion. Allein dadurch sind wir nach wie vor gefragte Ansprechpartner.“

Neben dem direkten Kontakt können Bürger ihre Anliegen auch per Mail an das Postfach der Bürgerberatung richten. „Es kam schon vor, dass uns ein Berliner nach einer bestimmten Biersorte aus seiner Heimatstadt gefragt hat“, erinnert sich Ursula Kullmann.

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