Künstliche Intelligenz im Alltag: Die Mehrheit der Frankfurter verlässt sich lieber auf Menschen

Bürger vertrauen Robotern nicht

Prof. Oliver Gansser, stellvertretender Direktor des Instituts für Empirie und Statistik der FOM Hochschule. Foto: FOM/p

Frankfurt (red) – Alexa, autonomes Fahren, Smartwatch und Co. – für rund 92 Prozent der Frankfurter ist Künstliche Intelligenz (KI) ein Begriff.

Doch: 54 Prozent wollen sich lieber auf den Menschen statt auf Roboter oder KI verlassen, 49 Prozent haben Sicherheitsbedenken und 28 Prozent empfinden sogar Angst vor KI und ihren Auswirkungen. Das hat eine repräsentative Umfrage der FOM Hochschule ergeben, bei der Studierende rund 730 Menschen in Frankfurt am Main befragten. In Face-to-face Interviews erfuhren sie, wie groß die Nutzung und Akzeptanz von KI in den Bereichen Mobilität, Gesundheit und Haushalt wirklich ist.

Klischees werden bestätigt, aber es gibt auch Überraschungen. Männer wissen mehr über KI als Frauen, Generation Y (24 bis 38 Jahre) kennt sich am besten mit dem Thema aus und Traditionalisten (65 Jahre und älter) am wenigsten - was nach Klischees klingt, hat sich in der FOM Umfrage 2019 offiziell bestätigt. Aber auch einige überraschende Ergebnisse kamen unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser zutage: Obwohl 57 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer KI für nützlich halten, gaben nur 18 Prozent an, entsprechende Produkte auch zu nutzen. In der Gruppe der Menschen ohne beruflichen Bildungsabschluss haben rund 20 Prozent noch nie von dem Begriff „Künstliche Intelligenz“ gehört, in der Gruppe der Großstädter sind es immerhin acht Prozent.

Nützlichkeit und Sicherheit sind wichtige Punkte. Mehr als die Hälfte der befragten Frankfurterinnen und Frankfurter halten KI für nützlich, gleichzeitig äußern jedoch auch 49 Prozent Sicherheitsbedenken. Wertet man diese Fragen nach Generationen aus, zeigt sich, dass sich nur 46 Prozent der Befragten der aufgeklärten Generation Y vor einer Fremdsteuerung durch KI sorgen, bei den Traditionalisten sind es dagegen 83 Prozent. 54 Prozent aller Befragten der Region Frankfurt am Main möchten sich grundsätzlich lieber auf den Menschen anstatt auf Roboter oder Künstliche Intelligenz verlassen.

Prof. Oliver Gansser: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Bevölkerung in Deutschland nach wie vor äußerst zwiespältig beim Thema KI ist. Da scheint es aufseiten der Unternehmen und der Forschung also noch großen Nachholbedarf bei der Kommunikation dieses zukunftsbestimmenden Themas zu geben.“

Die bundesweite Auswertung sowie regionale Ergebnisse gibt es unter fom.de/sommerumfrage 2019.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare