19 Prozent bilden sich weiter

Beschäftigte sollen „Recht auf Weiterbildung“ bekommen

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Die NGG fordert eine „Qualifizierungsoffensive“.

Frankfurt (red) – Arbeitsplätze für die Digitalisierung fit machen: Frankfurter Beschäftigte sollen ein „Recht auf Weiterbildung“ bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im Jahr 2017 lediglich 19 Prozent der Erwerbstätigen im gesamten Rhein-Main-Gebiet an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das sind zwar rund 285. 000 Menschen – „aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, sagt Peter-Martin Cox von der NGG Rhein-Main. Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Doch den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht einfach nebenbei“, sagt Cox. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend noch zur Volkshochschule zu gehen. Die NGG fordert deshalb eine „Qualifizierungsoffensive“. Nur mit einem gesetzlich verankerten „Recht auf lebenslanges Lernen“ könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten. Das von der Bundesregierung vereinbarte Qualifizierungschancengesetz sei ein „Schritt in die richtige Richtung“, greife aber zu kurz, so Cox. Danach übernimmt die Arbeitsagentur Fortbildungskosten und die Lohnfortzahlung nur teilweise.

Bisher wird die berufliche Weiterbildung vor allem zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. „Gerade in vielen kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Restaurants ist das ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt“, betont Cox. Durch den Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht oder sich täglich ändernde Arbeitszeiten werde das Lernen allzu oft fast unmöglich.

Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sind die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht. Die Gewerkschaft NGG fordert die Bundesregierung dazu auf, beim Thema Weiterbildung „Ernst zu machen“. Im Koalitionsvertrag ist zwar von einer „nationalen Weiterbildungsstrategie“ die Rede. Doch die umfasse lediglich eine Beratung bei der Arbeitsagentur.

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