Eckart von Hirschhausen zu Gast beim Neujahrsempfang

Bäume für die Enkel

Bürgermeister Uwe Becker (von links), Oberbürgermeister Peter Feldmann, Moritz von Winning, Ursula von Hirschhausen, Eckart von Hirschhausen und Stadtdekan Achim Knecht. Foto: Rolf Oeser/p

Frankfurt (red) – Auf dem Dortmunder Kirchentag haben sich Stadtdekan Achim Knecht und der Arzt, Kabarettist, TV-Star und evangelische Christ Eckart von Hirschhausen kennengelernt – und waren sich auf Anhieb sympathisch.

Daraus geworden ist ein Auftritt des Multitalents bei dem Neujahrsempfang der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach. Nicht um einen Gala-Auftritt oder um Präsenz vor Millionenpublikum ging es dem 52-Jährigen bei der Veranstaltung in der Heiliggeistkirche am Dominikanerkloster – sondern um ein Thema: Klimaschutz. Von Hirschhausen engagiert sich unter anderem bei den „Scientists for Future“.

In seiner Heimatstadt Frankfurt für eine Absage an ein bedenkenloses Ausbeuten des Planeten anzutreten, war ihm ein Anliegen. Ihm zur Seite stand Moritz von Winning, der die neunte Klasse der IGS Nordend besucht und Botschafter der Umweltorganisation „Plant for the Planet“ ist. Ein Euro, ein Baum, so die Formel an diesem Abend. 2861,55 Euro kamen bei den anwesenden Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Stadtdekan Knecht und von Hirschhausen verdoppelten die Summe, Hirschhausen rundete sie noch auf, sodass 10.000 Bäume neu gesetzt werden können.

„Jute statt Plastik“, „Fairer Handel“ – Themen, die bei der evangelischen Kirche seit Jahrzehnten auf der Agenda stehen. Und dennoch gelte es wahrzunehmen, dass zu den lichten Punkten auch Schatten gehöre, äußerte Stadtdekan Knecht. Der ökumenische Familien-Markt setze Wegwerfmentalität etwas entgegen. Seit 2012 verwende der Evangelische Regionalverband in allen Gebäuden zertifizierten Ökostrom. Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser sollten zukünftig energetisch umgerüstet werden. Investitionen in Millionenhöhe stünden an. Aber bei allem sei zu sehen, dass in den Industrieländern – und damit auch hier – auf Kosten anderer Staaten in Afrika oder Asien gelebt werde. Eine Sünde nach christlichem Verständnis.

Knecht erinnerte an Martin Luther, der den Menschen als Sünder, aber auch Gerechten beschrieben habe. Aufgegeben sei den Menschen, sich als Teil der Schöpfung und mitverantwortlich wahrzunehmen, sagte Knecht. Und Zeit zu Zaudern bleibe nicht.

Heute gebe es „dramatisch veränderte Rahmenbedingungen. Der Menschheit läuft die Zeit davon, den Klimawandel noch zu begrenzen. Darauf muss sich auch die Kirche in ihrem Wirtschaften und Handeln einstellen“, sagte der Theologe in seiner Rede. Die Anstrengungen müssten verstärkt werden, „um unseren Worten auch deutliche Taten folgen zu lassen!“

Zu den Gästen des Neujahrsempfangs zählten Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler, Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker, der katholische Dekan Rolf Glaser, die SPD-Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel und Gernot Grumbach, Stadtrat Bernd Heidenreich (CDU) und der CDU-Fraktionsvorsitzende Nils Kößler. OB Peter Feldmann, betonte, es sei keine Frage von wollen oder wünschen, sondern müssen, wenn es darum gehe, eine klimagerechte Stadt zu schaffen.

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