Bunte Feiermeile

Sommerfest der Aids-Hilfe gut besucht

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Alljährliches Ritual: Dimitrios Bakakis bemalt den Kreisel mit Regenbogenfarben.

Innenstadt (nma) – Eine feste Tradition ist das Alte-Gasse-Fest mittlerweile geworden. Das Sommerfest der Aids-Hilfe Frankfurt vereint einmal im Jahr Institutionen und Mitglieder der LGBTIQ-Community in der Mainmetropole.

Die Veranstalter möchten verschiedene Ziele mit der Großveranstaltung erreichen, denn neben dem Feiern dürfen Aufklärung und politische Botschaften nicht zu kurz kommen. Fast wäre das Fest am Samstagabend aber ins Wasser gefallen. Und das buchstäblich. Traditionell wird es samstags mit einer großen Party auf der Straße eröffnet, doch der strömende Regen hätte den Verantwortlichen fast einen Strich durch ihre Planung gemacht. „Als der Starkregen eingesetzt hat, haben wir schon das Schlimmste befürchtet. Wir mussten die Stromleitungen abbauen und in Sicherheit bringen“, sagt Christian Gaa, Sprecher der Frankfurter Aidshilfe. „Aber das Tolle war, eine halbe Stunde nach dem Regen war es hier bereits brechend voll. Die Leute haben getanzt, die Stimmung war super.“

Die Aidshilfe Frankfurt ist Hauptorganisator des seit über 20 Jahren regelmäßig stattfinden Fests. „Die Community soll sichtbar gemacht werden.“ Am Sonntagnachmittag ist es voll in der Alten Gasse. Hunderte sind gekommen, sitzen auf den Bierbänken entlang der Straße, besuchen die verschiedenen Stände oder stehen vor der großen Bühne, von der laute Musik schallt. „Das Fest kommt super an. Da lohnt sich der viele Aufwand“, sagt Gaa. Schließlich habe das Organisationsteam nicht nur die Party am Samstagabend zu koordinieren, sondern auch die verschiedenen Stände, die von Institutionen aufgebaut werden und das Bühnenprogramm zu organisieren. „Es gibt bei diesen Ständen ab Sonntagmittag immer Informationen über verschiedene Themen. Sex, Aids-Prävention oder Drogenkonsum zum Beispiel.“ Das Bildungssystem leiste nicht genug Aufklärung bei diesen Themen, findet Gaa. Umso wichtiger sei es, diese Themen bei einem Fest wie diesem, direkt an der Konstablerwache in der Innenstadt, in den Vordergrund zu stellen. Auch das Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt ist vor Ort, wie auch der liberal islamische Bund. „Wir haben natürlich auch eine politische Botschaft. Wir stellen uns klar gegen Rechts und gegen diesen Populismus“, erklärt Gaa.

Die LGBTIQ-Community stehe für eine offene Gesellschaft und wolle den Zusammenhalt fördern. „Menschenfeindlichkeit in jeglicher Hinsicht. Dagegen wollen wir vorgehen.“ Symbolisch wird deshalb jedes Jahr der Kreisel am Beginn der Alten Gasse in Regenbogenfarben bemalt. Seit 2015 wird das gemacht, erklärt Dimitrios Bakakis. Er sitzt für die Grünen in der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung und hat die Farb-Aktion, an der alle Frankfurter Parteien – bis auf die AfD – schon mitgewirkt haben mitinitialisiert. Damals sollte beim Christopher-Street-Day ein Zebrastreifen bunt gefärbt werden. Aus bürokratischen und organisatorischen Gründen wurde daraus schließlich eine Bemalung des Kreisels beim Alte-Gasse-Fest. „Wir nutzen keine permanente Farbe. Jedes Jahr soll der Kreisel abgenutzt aussehen und erneuert werden können“, sagt Bakakis. Das stehe symbolisch für die Rechte und die Toleranz, die sich die LGBTIQ-Community in den vergangenen Jahrzehnten erkämpft hat. „Der Kampf gegen Menschenfeindlichkeit muss immer aufrecht erhalten werden, Tag für Tag muss man für seine Rechte kämpfen.“ Und auch dieses Mal sind Vertreter fast aller Frankfurter Parteien vor Ort, um die Farben im Kreisel gemeinsam zu erneuern.

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