Viel Beteiligung am Frühjahrsputz

Wenn der Müll nicht in der Tonne landet

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Freiwillige Helfer tragen säckeweise Müll zusammen, den andere auf dem Boden statt in den Abfalleimer geworfen haben.

Fechenheim (sh) – Ausgestattet mit Greifzangen, Handschuhen und Müllsäcken machten sich mehr als 50 freiwillige Helfer auf den Weg, um im Stadtteil den Abfall aufzusammeln, der statt im Mülleimer auf Straßen, Plätzen und im Grünen gelandet ist.

Aufgerufen zu der Fechenheimer Frühjahrsputzaktion hatte das Quartiersmanagement, unterstützt wurde die Veranstaltung unter anderem von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und „Cleanffm“ von der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Eine große Gruppe freiwilliger Müllsammler – darunter rund 20 Kinder von der türkischen Kulturgemeinde Fechenheim - kamen schon am Treffpunkt an, als der Infostand auf dem Platz vor der Kita an der Straße Alt-Fechenheim gerade fertig aufgebaut war. „Die Kinder konnten es kaum erwarten, loszulegen“, berichtete Leonore Vogt vom Quartiersmanagement Fechenheim. Die jungen Abfallsammler machten sich hoch motiviert auf den Weg zum Fechenheimer Mainufer. Um manches Fundstück wurde sich schon fast gestritten, in wessen Müllsack es wandern durfte. „Wir haben ein acht Meter langes Ankerseil gefunden“, erzählten die Kinder. Eine Gruppe Erwachsener machte ebenfalls einen interessanten Fund in einem Gestrüpp am Mainufer: Sie entdeckte ein kleines Päckchen mit einer verdächtigen Substanz darin – dieses wurde direkt dem Fechenheimer Polizeirevier übergeben.

Der Großteil des Inhalts der Müllsäcke war zwar nicht so spektakulär, hatte aber im öffentlichen Raum ebenfalls nicht zu suchen: Leergetrunkene Saftpäckchen, Getränkedosen, Kaffeebecher und Schnapsflaschen, Bonbon- und Schokoriegelpapiere, Pizzaschachteln, Plastiktüten sowie benutzte Papiertaschentücher füllten schnell die Müllbeutel. „Besonders mühsam war das Auflesen der vielen Zigarettenstummel“, sagten die Teilnehmer vom Arbeitskreis Fechenheimer Vereine.

Von Cleanffm waren Sauberkeitsbotschafter zur Stelle, die die Gruppen beim Müllsammeln begleiteten und von ihrer Arbeit berichteten. „Das Grundprinzip der Kampagne Saubere Stadt lautet: Der Müll gehört in die Mülltonne“, erklärte Cindy Lübker vom Projektmanagement Cleanffm. Dieses Prinzip müsse vom Kopf in die Herzen der Menschen übergehen. „Statistiken zeigen, dass die Hauptverschmutzer zwischen 20 und 30 Jahren alt sind“, sagte Lübker. Also sei Cleanffm viel in sozialen Netzwerken unterwegs, versuchen aber auch schon ganz junge Menschen für das Thema zu sensibilisieren. „Auf Anfrage besuchen wir Schulen und Kindergärten, um schon möglichst früh ein Umdenken zu bewirken“, sagte Lübker. Dass die Mitarbeiter von Cleanffm aktiv dafür werben müssen, dass Menschen ihren Müll in der Mülltonne entsorgen, stimmt Lübker nachdenklich. „Ich liebe meinen Job, aber eigentlich ist es traurig, dass ich ihn machen muss.“

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