Vorplanung zu Burglehen und Kultureck vorgestellt

Weniger Verkehr in der Ankergasse gewünscht

Schützen die Wände den Spielplatz oder wäre mehr Offenheit besser? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Foto: sh

Fechenheim (sh) – Mit Geld aus dem Städtebauförderprogramm „Aktive Kernbereiche“, in das Fechenheim 2008 aufgenommen wurde, sollen der Bereich Burglehen mit Kinderspielplatz und das Kultureck – der Bereich an der Kreuzung Pfortenstraße, Ankergasse und Alt-Fechenheim – aufgehübscht werden.

Die Vorplanung dazu wurde im Saal des Mainbörnchen vorgestellt und die Rückmeldungen der zahlreich erschienenen Interessierten wurden von Stadtplanungsamt und Architekturbüro aufgenommen. .

„Die Vorplanung ist keine Entwurfsplanung, es ist ein offener Prozess“, erklärte Heike Kuhn vom Stadtplanungsamt gleich zu Beginn. Trotzdem soll es nun vorangehen, denn das Förderprogramm endet, was bedeutet, dass 2021 „das allerletzte Geld ausgegeben sein muss“, erklärte Ursula Brünner, ebenfalls vom Stadtplanungsamt. Die Pläne stellte Landschaftsarchitekt Kai Müller vom Architekturbüro „exedra Müller & Jansen“ vor und lud zur Diskussion ein, die von Kristina Oldenburg von Kokonsult moderiert wurde.

Burglehen und Kultureck sollen zu attraktiven Orten der Begegnung werden. Am Kultureck ist angedacht, die Fahrbahn dort zu verschmälern, wo es von der Straße Alt-Fechenheim – von der Starkenburger Straße kommend – nach links in die Pfortenstraße geht. So soll mehr Raum für Grünflächen und Fußgänger entstehen. Der Straßenbelag soll erneuert werden und Sitzgelegenheiten aufgestellt werden. Aus dem Publikum waren kritische Stimmen dazu zu hören. „Der Bus wird dort nicht um die Kurve kommen, der hat jetzt schon Probleme an der Stelle. Die Supermärkte werden von 40-Tonnern beliefert, das wird nicht funktionieren“, gab Christoph Scheich zu bedenken. Ursula Brünner versicherte, dass die Planung von Verkehrsexperten abgesegnet worden sei. Auf Ablehnung stießen die geplanten Sitzgelegenheiten an der Ankergasse, da die Anwohner dort dann Ruhestörungen befürchten. Auf diese wollen die Planer nun verzichten.

Im Bereich Burglehen war laut Vorplanung vorgesehen, die derzeitige Plakatwand gegen einen Mauersockel mit Zaunelementen auszutauschen. Zu diesem Aspekt gab es unterschiedliche Meinungen im Publikum. „Wir sind froh, dass der Spielplatz nicht ganz offen ist, denn die Plakatwand schützt vor Abgasen. Außerdem bietet der Spielplatz mit der Wand einen geschützten Bereich für kleine Kinder“, sagte Rainer Ewald. Andere Zuhörer begrüßten wiederum einen offeneren Spielplatz, da dort nach Anbruch der Dunkelheit eine gewisse „Klientel“ zusammenkommen würde.

Großen Protest gab es, als Müller erläuterte, dass nach der bisher geplanten Umgestaltung des Burglehens Parkplätze wegfallen würden. Statt derzeit fünf regulärer Parkplätze und einem Behindertenparkplatz gebe es dann nur noch drei reguläre Parkplätze und einen Behindertenparkplatz. Eigentlich würden mehr Parkplätze benötigt, hieß es aus dem Publikum. „Sobald die Post an der Ankergasse öffnet, bis sie am Abend schließt, sind alle Parkplätze durchgehend belegt“, machte Ewald klar. Deutlich äußerte das Publikum auch den Wunsch, die Ankergasse, die eigentlich eine Fußgängerzone ist, vor fremdem Autoverkehr zu schützen. Von der Planung, Poller zur Verkehrsberuhigung an der Gabelung Alt-Fechenheim/Burglehen aufzustellen, sodass die Zufahrt nur noch über die Ankergasse möglich sei, hielt das Publikum nicht viel. Sie plädierten für eine Anwohnerlösung für die Einfahrt in das Kultureck, beispielsweise mit versenkbaren Pollern oder einer Schranke. Brünner versprach, die Anregung mitzunehmen, machte aber nicht viel Hoffnung auf Erfolg: „Versenkbare Poller werden nicht im öffentlichen Raum aufgestellt, sondern nur bei privaten Zufahrten.“

Auch Alternativen zu den wegfallenden Parkplätzen anzubieten, sei laut Brünner knifflig. „Es gibt keine Lösung, die alle gleichermaßen berücksichtigt“, sagte sie. Für ein nächstes Treffen versprach sie, einen Verkehrsplaner mitzubringen, der dann gezielt Fragen zu diesem Thema beantworten könne.

Zur Bauzeit sagte Müller, dass vier bis sechs Monate realistisch seien, wobei nicht alle Bereiche gleichzeitig gesperrt würden. Laut Brünner könnte der Baubeginn 2021 erfolgen.

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