Stadt fördert Umbau

Weitere Räume für Kreative

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„Zimmer mit Aussicht“: Die Künstlerinnen Dede Handon (links) und Eva Weingärtner im Atelier Orbit 24.

Fechenheim (zjs) – Viele Jahre stand das Gebäude in der Orber Straße 24 aus den 70er Jahren leer. Das bekommt weder der Bausubstanz noch dem Umfeld im Industriegebiet in Fechenheim.

Deswegen hat das Frankfurter Stadtplanungsamt die Agentur Radar aus der Gutleutstraße beauftragt, Räumlichkeiten für Kreative und Künstler zu suchen und diese entsprechend umbauen zu lassen. Von Seiten der Stadt wird dafür jährlich eine Summe von 450.000 Euro aus dem Haushaltsetat zur Verfügung gestellt. „Seit dem Jahr 2011 haben wir in Fechenheim und Seckbach 81 Objekte vermitteln können“, erklärt Felix Hevelke von der Leerstandsagentur Radar. Der Name ist Programm, denn auch in diesem Jahr soll die Förderung des Umbaus leer stehender Räume vorangetrieben werden.

Dem Orbit ein Stück näher sind inzwischen Eva Weingärtner und Dede Handon, die sich im Atelier „Orbit 24“ in der Orber Straße 24 eingerichtet haben. Das Atelier ist nicht ganz einfach zu finden, doch wenn der Aufzug den siebten Stock erreicht hat, wartet nur noch eine weitere Treppe auf den Besucher, dem sich auf dem Weg zum Himmel dann ein echtes Aha-Erlebnis mit einem gigantischen Ausblick bietet. Die fast bis zum Boden reichenden Fenster lassen genug Tageslicht in die frisch renovierten Räume der beiden Künstlerinnen. Dede Handon ist Performance- und Videokünstlerin, ihre Kollegin Malerin. Beide haben ein halbes Jahr mit Hilfe diverser Gewerke an ihren Räumlichkeiten gearbeitet, um aus dem obersten Stockwerk mit ehemaligem Schwimmbad ansprechende Räume zu zaubern. Und das ist ihnen gelungen, denn nicht nur die dort ausgestellten Arbeiten sind Kunst, sondern der Salon ist ein eigenes Kunstprojekt. „Wir möchten eine Verknüpfung interdisziplinärer Kunst und Wissenschaft erreichen, bei uns sollen die Leute ins Gespräch kommen, es soll ein Ort zum Austausch sein“, erläutert Dede Handon die Philosophie. Eva Weingärtner pflichtet ihr bei: „Wir möchten Netzwerkveranstaltungen abhalten, damit sich viele Menschen an unserem Kunstsalon beteiligen, denn dadurch können wir eine lebendige Szenerie aufbauen.“

Ausstellungen in loser Reihenfolge, Lesungen und Performance-Events sollen dazu beitragen. Der Blick schweift über die Bahngleise bis rüber zur Hanauer Landstraße in Höhe des Neckermann-Hauses und des Baumarkts. Die Räume haben einen rundum verlaufenden Balkon, der die Sicht in jede Himmelsrichtung erlaubt. Da wirken die Gebäude der Klassikstadt und des nahe gelegene Kaufland-Markts recht klein. Auch in den anderen Etagen haben sich Kunstschaffende einquartiert und dabei ist eines klar: Dieses Haus ist für die Frankfurter Kunstszene eine Bereicherung.

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