Weniger Fördermittel lassen AG Weihnachtsmarkt um Zukunft der Veranstaltung bangen

Weihnachtsmarkt-Bühne in Gefahr

Die Bühne kostet viel Geld, lockt aber auch Besucher von außerhalb auf den Fechenheimer Weihnachtsmarkt. Archivfoto: sh

Fechenheim (sh) – Die AG Weihnachtsmarkt ist in Sorge um die beliebte dreitägige Veranstaltung in der Vorweihnachtszeit in Fechenheim.

Nachdem das Jugend- und Sozialamt die finanzielle Förderung des Weihnachtsmarkts an das Quartiersmanagement übertragen hat, fehlt ein erheblicher Betrag zur Finanzierung der Bühne. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 11 legte die CDU-Fraktion einen Eilantrag vor, der zum Inhalt hatte, mit der Förderung der Veranstaltung wieder das Jugend- und Sozialamt zu betrauen.

Die Bühne sei zwar einer der höchsten Kostenfaktoren, aber zugleich „das Herzstück des Weihnachtsmarkts. Dort wird ein umfangreiches Programm geboten“, erklärte Frank Rotter von der AG Weihnachtsmarkt. Zum Programm gehören musikalische Darbietungen, die Amerikanische Versteigerung, Präsentationen von Schülern und Geschichten vom Nikolaus. Kulturmanagerin Sabine Lauer sagte: „Wenn die Bühne wegfällt, ist der Weihnachtsmarkt nicht mehr so attraktiv.“ Die Bühne als Alleinstellungsmerkmal würde auch Besucher von außerhalb nach Fechenheim locken, ergänzte Rotter.

Von 2015 bis 2018 steuerte das Jugend- und Sozialamt pro Jahr 4500 Euro zur Bühne bei. „2017 wurde in Fechenheim das Quartiersmanagement eingeführt. Dadurch haben sich Veränderungen ergeben“, erläuterte Manuela Skotnik, Pressesprecherin des Jugend- und Sozialamts, auf Nachfrage. „Wenn ein Quartiersmanagement vor Ort ist, sollen Projekte aus dem Stadtteil heraus gefördert werden“, führte Skotnik aus. 2018 gab es noch 2500 Euro für den Weihnachtsmarkt: 500 Euro vom Quartiersmanagement und 2000 Euro aus dem Fördertopf des Programms „Aktive Nachbarschaft“. Für dieses Jahr sollte es nur noch die 500 Euro vom Quartiersmanagement geben. 1000 Euro steuert nun noch das Jugend- und Sozialamt bei. „Wir haben die AG Weihnachtsmarkt Anfang Juli darauf hingewiesen, dass wir die Veranstaltung mit 500 Euro bezuschussen“, sagte Leonore Vogt, Quartiersmanagerin in Fechenheim-Süd. „Der Weihnachtsmarkt ist eine wichtige Einrichtung im Stadtteil, die wir gerne unterstützen – im Rahmen unserer Möglichkeiten“, betonte Vogt. Das Budget des Quartiersmanagements in Höhe von 25.000 Euro pro Jahr müsse für viele Fechenheimer Projekte reichen. Feste und Feiern seien fester Bestandteil der jährlichen Projektplanung. Auch für 2020 sei die Unterstützung des Weihnachtsmarkts eingeplant, „da wir jedoch keine institutionelle Förderung vornehmen, können wir das Geld nicht dauerhaft zusichern, sondern müssen jedes Jahr aufs Neue überlegen, wie wir die zur Verfügung stehenden Mittel aufteilen“, erklärte Vogt. Die Finanzierungslücke, die dieses Jahr entstanden ist, kann die AG Weihnachtsmarkt noch auffangen: Der Ortsbeirat erklärte sich für einen Zuschuss bereit und laut Sebastian Schugar vom Gewerbeverein, der gemeinsam mit dem Arbeitskreis Fechenheimer Vereine und dem Kulturmanagement den Weihnachtsmarkt stemmt, steuern auch die Vereine Geldmittel bei. „Wir brauchen aber Sicherheit für die kommenden Jahre“, sagte Schugar.

Der Antrag der CDU-Fraktion, die Förderung wieder durch das Jugend- und Sozialamt fortzuführen, um die Qualität des Weihnachtsmarkts zu erhalten, wurde vom Gremium einstimmig beschlossen. Manuela Skotnik räumt der Erfüllung des Wunschs allerdings keine großen Chancen ein: „Eine Förderung des Weihnachtsmarkts durch das Jugend- und Sozialamt ist unwahrscheinlich, wenn ein Quartiersmanagement vor Ort ist.“ Sinnvoller sei es ihrer Ansicht nach, nach anderen Fördermöglichkeiten zu suchen.

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