Viele Besucher beim Abend der offenen Tür an der Konrad-Haenisch-Schule

Von Völkerkunde-Quiz bis Capoeira

Max Brockmann und Bianca Döllinger beim Quiz: Welches Kind gehört zu welcher Region? Foto: jf

Fechenheim (jf) – Auf dem Hof brennen Holzscheite knisternd in einer Feuerschale, nebenan gibt es Rindswurst mit Brötchen. Auch das gehört zum Abend der offenen Tür in der Konrad-Haenisch-Schule.

Dort präsentiert sich die „Schule im Grünen“, wie sich selbst bezeichnet, in vielen Facetten.

Den Kunstbereich betreut Julia Jung. Die Grundschullehrerin will mit allen Kindern und Jugendlichen ein gemeinsames Bild auf einer großen Rolle malen. Ziel der Aktion: Eine Besuchergalerie soll entstehen.

Fantasievoll geschmückt ist der Raum, in dem Ethik und Religion unterrichtet werden. Girlanden aus unterschiedlich gekleideten Kinderfiguren ziehen sich durch das Zimmer, dazwischen ranken Efeublätter. An der Tafelseite hängen Informationstafeln zu den unterschiedlichen Religionen. Bianca Döllinger, Eleonore Wegner, Max Brockmann und Alexandra Garavellas kümmern sich um die Besucher. Es gibt ein Quiz: Welches Kind gehört in welche Region? Die jungen Teilnehmer diskutieren, schieben die Figuren auf einer großen Landkarte hin und her. Auf einer Leinwand läuft der Film „Nicht ohne uns!“, der Träume, Ängste und Hoffnungen der Kinder aus aller Welt vorstellt. Ein paar Zimmer weiter üben Jungen Capoeira und sehen dabei ziemlich cool aus.

Lisa Roßner und Murat Canlar informieren über die elf Arbeitsgemeinschaften der Sekundarstufe und die zwölf AGs der Grundstufe. Klar gibt es da Überschneidungen, aber: „Das AG-Angebot ist insgesamt größer geworden. Capoeira beispielsweise ist neu“, sagt Canlar. „Mädchenfußball auch. Außerdem wurden Yoga und Kochen und Backen wiederbelebt“, ergänzt Roßmann. Mindestens zehn Schüler müssen Interesse zeigen, damit eine AG aufgebaut werden kann. Fußball ist am beliebtesten. Was sich Canlar und Roßmann wünschen, sind weitere multifunktionale Räume, moderne Lehrmittel und mehr Interesse der älteren Schüler für die AGs.

Einiges hat sich in den vergangenen Jahren im Bereich der Ganztagsangebote geändert. Partner ist dabei der Internationale Bund (IB), von dem rund 20 Mitarbeiter an der Schule sind. Von sieben bis 8.30 Uhr ist eine Frühbetreuung eingerichtet, Angebote und Förderung gibt es bis 17 Uhr. Gemeinsames Mittagessen und Nachmittagssnack gehören ebenfalls dazu. Rund 650 Schüler von der ersten bis zur zehnten Klasse werden von mehr als 50 Lehrkräften unterrichtet.

In der montags und donnerstags von 8.30 Uhr bis zwölf Uhr geöffneten Schulbücherei finden am Abend der offenen Tür Sprachspiele statt. Ein paar Räume weiter steht Englisch ganz hoch im Kurs: „Wir bieten bilingualen Unterricht an. So wird beispielsweise Erdkunde, Kunst sowie Politik und Wirtschaft auf Englisch unterrichtet“, erklärt Konrektor Claudius Swietek.

Seit 2011 ist die Konrad-Haenisch-Schule Trägerin des Gütesiegels Berufs- und Studienorientierung. „Wir bieten vor allem eine kaufmännische und handwerkliche Orientierung und haben rund 20 Kooperationsbetriebe“, erläutert Murat Ayadi. Neu hinzugekommen ist die Landesärztekammer für die Ausbildung von medizinischen Fachangestellten. „Seit 2013 findet jeweils kurz vor Ostern an der Schule eine Berufsmesse für Schüler ab Klassenstufe acht statt, dazu sind auch andere Schulen eingeladen. Für dieses Jahr haben wir schon 18 Ausbildungspartner im Portfolio“, berichtet Ayadi. Die nächste Messe findet am 1. April statt.

Inmitten des ganzen Trubels ist Schulleiterin Birgid Frenkel-Brandt eine sowohl von den Kindern als auch von Eltern künftiger Schüler viel gefragte Ansprechpartnerin. Sie nimmt sich für alle Zeit oder verweist auf einen Termin, an dem sie gerne die Schule ausführlich zeigt. Die hat nämlich mehr als nur ein Gebäude und mehr als nur einen Hof.

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